Aussendarstellung
Die Summe der Erkenntnisse steht in einem nicht überbrückbaren Gegensatz zu dem, was einschlägige Interessengruppen und Experten nach außen verbreiten.
Es gibt in den Medien drei hauptsächliche Antwortlinien auf den Vorwurf, dass das Durchmachen von Kinderkrankheiten wichtige Stimuli für das Immunsystem setzt und fehlende akute Infekte zu chronischen Erkrankungen führen.
(i) „Alle Gegenargumente sind nichtig“
Es wird gesagt, dass es nichts gibt, was das belegt. Studien, die belegen würden, dass fehlende Infekte einen negativen Einfluss auf das Immunsystem haben, existieren nicht.
Frage: Manche Impfgegner vermuten einen Zusammenhang zwischen den Schutzimpfungen und Erkrankungen wie Autismus oder Allergien, das verunsichert mich.
Dr. Britta Gartner: Für diese Behauptungen gibt es keinen einzigen wissenschaftlichen Beleg.
(„Kinder verkraften jede Impfung“, news.de, 28.10.2010)
Die antwortenden Experten befinden sich mit dieser Argumentation genau auf der Linie des Robert Koch-Insituts. Dies schreibt in einer Stellungnahme:
Einwand von Impfgegnern: Das Durchmachen von Krankheiten ist für eine normale Entwicklung des Kindes wichtig und bewirkt einen besseren Schutz als die Impfung.
Antwort vom RKI: Bisher gibt es keine wissenschaftlichen Studien, die zeigen würden, dass
sich nicht geimpfte Kinder geistig oder körperlich besser entwickeln als geimpfte. [...]
Auch die Impfung selbst stellt für das Abwehrsystem einen Stimulus dar und trainiert
das Immunsystem. Dementsprechend wäre es ausgesprochen überraschend,
wenn geimpfte Kinder generell eine schwächere Konstitution besäßen
oder über dauerhaft weniger Abwehrkräfte verfügten. Belege für diese These fehlen.
(www.rki.de, „Schutzimpfungen – 20 Einwände und Antworten des Robert Koch-Instituts und des Paul Ehrlich-Instituts“)
Das Wort überraschend gibt die Arbeitsweise des RKI’s wieder, sie lassen sich von Auswirkungen ihrer Maßnahmen überraschen.
Sie schreiben, dass die abgeschwächten Erreger der Impfung eine stimulierende
Wirkung haben und das Immunsystem trainieren. Diese Begründung unterstützt damit
genau das Gegenteil von dem, was sie zuvor behaupten, dass die fehlenden Erreger
der Infekte keine Auswirkung haben. Eine Infektionskrankheit stellt einen weit größeren Stimulus dar als der abgeschwächte Erreger der Impfung und muss darum, nach ihrer eigenen Aussage, das Immunsystem besser trainieren. Überraschend wäre daher nur, wenn die vorhandenen Studien das nicht zeigen würden, was sie aber eindrucksvoll tun.
In Antwort auf die Aussage, dass das Durchmachen von Krankheiten für die normale Entwicklung des Kindes wichtig ist, schreiben Sie, dass es keine wissenschaftlichen Studien gibt, die das zeigen würden. Diese Studien stehen in jeder medizinischen Datenbank und in meinem Buch sind sie auf über 50 Seiten aufgeführt. Als kleine Hilfe.
(ii) „Eine aktuelle Studie belegt, die Studienlage ist aber,…“
Es ist immer möglich, dass einzelne Studien zu einem anderen Ergebnis kommen, als die Richtung, in der die Studienlage zeigt. Entweder handelt es sich bei der Aussage um eine Einzelstudie, die aus dem Zusammenhang gerissen wurde oder aber und das ist weit häufiger der Fall: Die Studie passt nicht zur Fragestellung.
Impfstoffsicherheitsstudien, die hier meistens gemeint sind, vergleichen vor allem Geimpfte, die einen Infekt nicht hatten, mit Ungeimpften, die den Infekt ebenfalls nicht hatten. Eine Aussage über die Auswirkungen eines fehlenden Infekts, trifft eine solche Studie nicht.
(iii) „In der DDR wurde mehr geimpft….“
Ein drittes, oft gehörtes Argument, darum nehme ich es als eigenständigen Punkt auf, ist auch das folgende: In der DDR wurde mehr geimpft und es gab weniger Allergien. Darum können Impfungen mit Allergien nichts zu tun haben.
Auf den Seiten des Robert Koch-Instituts findet man dieses „Argument“, wie in einem neuen Immunologiebuch für Medizinstudenten (Rink, S. 195).
Bei dieser wissenschaftlichen Herangehensweise: Irgendwas wurde irgendwo mehr geimpft und es gab irgendwie weniger Allergien, wird außer Acht gelassen:
- Dass es ein Wohlstandsgefälle zwischen uns und der DDR gab, was mehr Allergien erklärt.
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Dass Kinderkrippen und die damit verbundenen frühkindlichen Infektionen weniger Allergien in der DDR gut erklären. Selbst in der eigenen Studie des Robert Koch-Instituts, zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland, steht:Bei Kindern und Jugendlichen, die früh engen Kontakt mit anderen Kindern hatten, z. B. in der Kindertagesstätte und bei mehreren älteren Geschwistern, werden allergische Erkrankungen deutlich weniger häufig beobachtet als bei Kindern ohne solche Kontakte zu anderen Kindern. (KiGGS-Studie, Erste Ergebnisse, Elternbroschüre, S. 34)
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Dass es nicht um Impfugnen gegen TBC, Diphtherie, Pocken oder Tetanus geht, also Infektionskrankheiten, die sowieso keiner mehr bekam, sondern um Impfungen gegen Kinderkrankheiten, die erst spät auf den Markt kamen. Selbst die Rötelnimpfung als frühe Impfung, die bei uns schon 1974 verfügbar war, war in der DDR nie allgemein erhältlich.
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Dass, auch wenn es keinen der vorherigen Punkte geben würde, eine derart oberflächliche und undifferenzierte Betrachtungsweise ein Armutszeugnis für einen Wissenschaftler ist.
Es gibt kaum einen Impfexperten, der auf dieses peinliche DDR-Argument verzichtet, sobald die Sprache auf Allergien kommt. Und damit zeigt er dann auch gleich, was ihm wissenschaftliches und analytisches Vorgehen bedeuten: Nichts.