Der Barcelona Kongress
Sowohl Viren als auch Bakterien entwickeln inzwischen in immer schnelleren Zyklen Resistenzen gegen die gegen sie eingesetzten Mittel. So gibt es im Falle der Viren schon hohe Resistenzen gegen das erst vor wenigen Jahren auf den Markt gebrachte Tamiflu. Von diesen mikrobiologischen Feststellungen abgesehen, wirkte das Mittel ohnehin nur schwach, wie schon dem Kapitel über Allergien zu entnehmen war.
Bei den Bakterien beherrscht gerade, August 2010, das NDM-1 Gen die Schlagzeilen. Das Ganze ist deswegen so interessant, weil es für eine neue Entwicklung steht.
Bakterien lassen sich in 2 Klassen einteilen: grampositiv und gramnegativ.
Bisher bestimmten vor allem grampositive Bakterien die Schlagzeilen, was Resistenzen und damit Schwierigkeiten betrifft.
Inzwischen werden Resistenzen aber auch zunehmend bei gramnegativen Bakterien beobachtet. Sogenannte Resistenz-Gene verleihen Bakterien die neue Widerstandsfähigkeit gegen Antibiotika. Und diese Resistenz-Gene werden besonders leicht zwischen den gramnegativen Bakterien übertragen.
Das NDM-1 macht ein besonders schlagkräftiges Reserve-Antibiotikum unwirksam und scheint so ein Resistenz-Gen zu sein.
1.1 Der Barcelona Kongress
Stellvertretend für alle Meldungen, die in diese Richtung gehen, die Ergebnisse des europäischen Kongresses für klinische Mikrobiologie und Infektions- krankheiten vom 20.04.2008 in Barcelona:
Die Bedrohung durch widerstandsfähige Keime hat endgültig auch die vermeintlich gesündesten und saubersten Bevölkerungsschichten erreicht. Antibiotika-resistente Bakterien breiten sich unerbittlich über den Globus aus. Und nichts, was auch der auf Sauberkeit bedachte Mensch in den reichen Ländern tut, scheint diese Verschleppung stoppen zu können. Im Gegenteil: Wir sehen mehr denn je wie die Verlierer im Kampf Mensch gegen Erreger aus. Wir halten mit unseren medizinischen und pharmazeutischen Standards, vor allem aber mit unseren hygienischen Maßnahmen offenbar längst nicht mehr Schritt mit dem Ausbreitungsdrang der Krankheitskeime.
Das ist das düstere Fazit, das an diesem Wochenende Ärzte und Wissenschaftler zu Beginn des Europäischen Kongresses für klinische Mikrobiologie und Infektionskrankheiten (ECCMID) in Barcelona gezogen haben. Es war eine bittere Bilanz. Es war aber auch ein verzweifelter Aufruf, die Warnungen der Infektionsmediziner endlich auch in den vermeintlich fortschrittlichen Staaten ernst zu nehmen. Es gehe nicht um "virtuelle Seuchen", wie die seit Jahren beschworene Vogelgrippe-Pandemie, sagte Kongresspräsident Fernando Baquero, und auch nicht um die Probleme von Minderheiten. Vielmehr gehe es um wirkliche weltumspannende Epidemien. Um Pandemien, deren Name kaum jemand kennt: Chlostridium difficile, Mycobacterium tuberculosis, Methicillin-resistente Staphylococcus aureus. Die immer wieder beklagte Wiederkehr der Tuberkulose in Südeuropa sowie in Mittel- und Osteuropa sei nur der Gipfel einer viel umfassenderen und gefährlichen Entwicklung. […]
Methycillin-resistente Staphylokokken (MRSA) beispielsweise können sich, wenn sie mit dem falschen Medikament behandelt werden, innerhalb weniger Tage extrem vermehren und von einer vermeintlich harmlosen Hautinfektion zur lebensbedrohlichen Infektion des Herzens, der Blutbahn und der Knochen ausweiten. Einige dieser Stämme können in ein bis zwei Tagen zum Tod führen - und das sogar bei vorher völlig gesunden und jungen Menschen, wie Fred Tenover von den Centers for Diseases Control and Prevention (CDC) in Atlanta berichtete.
Solche multiresistenten Erreger haben sich vor wenigen Jahren aufgemacht, alle Kontinente zu erobern. In Nordamerika haben sie unter professionellen Football-Spielern ebenso wie unter High-School-Sportlern, Rekruten, Inhaftierten, Drogenabhängigen, Homosexuellen (auch nicht HIV-Infizierte) und nicht zuletzt in den Horten scheinbar völlig gesunder Kinder Dutzende Todesopfer gefordert. In Europa ist die Zahl der MRSA-Infektionen zwar noch nicht so hoch wie in Nordamerika, aber die Mikrobiologen sind wenig optimistisch. Denn alle Zeichen deuten darauf hin, dass die Eroberung weitergeht.
"Das Schlimmste kommt wohl erst noch", meint Tenover. Vor ein paar Jahren waren praktisch noch alle MRSA-Fälle auf Infektionen in Kliniken zurückzuführen, wo solche mehrfach resistenten Erreger zwangsläufig eher auftauchen. Im Jahr 2005 jedoch stellte man in einer amerikanischen Studie an 9100-MRSA-Infizierten fest, dass schon jeder sechste sich irgendwo außerhalb von Krankenhäusern oder Arztpraxen angesteckt hat. […]
Alle Augen freilich sind auf Nordamerika gerichtet, wo die Quelle für eine globale Epidemie vermutet wird. Tatsächlich scheint dort die Tödlichkeit der Infektionen ebenso wie die Zahl der Infektionen sukzessive zuzunehmen. Haustiere waren bis vor drei, vier Jahren noch kaum als MRSA-Träger aufgefallen, inzwischen sind nach Schätzungen von J. Scott Weese von der University of Guelph in Kanada zwei bis vier Prozent der Hunde, Katzen und sogar Hasen infiziert - also Zehntausende. Übertragen werden die Erreger nach dem Pingpong-Prinzip: Kinder infizieren durch Hautkontakt Tiere, diese wiederum stecken andere Familienmitglieder an.
Und wie in den Familien, so ist es nach Tenovers Überzeugung auch bei Footballspielern, Rekruten und den zahlreichen betroffenen jungen Leuten die mangelhafte Hygiene, die den Keimen den Weg bereitet. Handtücher, die von mehreren Spielern benutzt werden, enger Hautkontakt im Spiel, offene Wunden, gemeinsame Bäder im Whirlpool - der Gelegenheiten zum Austausch gibt es für die Erreger, einmal in einer Kohorte etabliert, viele.
("Seuchengefahr durch Bakterien", 20.04.2008, www.faz.net)
Ist das immer noch eine virtuelle Wunderseuche? Ein paar Planspiele?
Nein, dieser Text ist etwas ganz anderes.
Er erzählt davon, dass wir einen Krieg gegen das Leben begonnen haben.
Antibiotika, Impfungen und Fiebersenker, diese drei Dinge verhindern, dass die nächste Generation ein normales Immunsystem aufbaut. Und, was die Natur tut, wenn sie auf etwas trifft, was nicht mehr normal ist? Wir haben es gelesen.
Wir wissen, dass das kindliche Immunsystem lernen muss, mit dem ganzen Virenansturm fertig zu werden. Nun ja, das passiert eben nicht mehr, weil wir es an wesentlichen Stellen verhindern. Was wir auch wissen.
Und wenn dann etwas wirklich Gefährliches kommt oder besser: Wenn dann etwas entsteht, womit ein normales Immunsystem umgehen kann, aber ein kaputtes nicht mehr, dann ist die Killerseuche da.
Und es ist kein Zufall, dass die USA als das reinste Land als Ausgangspunkt der globalen Seuche erwartet wird.
1.2 Die Normalen sterben
Junge und gesunde Menschen beginnen, an Bakterien zu sterben. Das ist neu.
Sie bringt um, dass ihr Immunsystem den Umgang mit Bakterien und Viren nicht mehr gewohnt ist. Dass sie gegen alles geimpft sind und, dass jede andere einsetzende Infektion sofort mit Antibiotika und Fiebersenkern unterdrückt wurde.
Es ist alles invertiert:
- Die Guten sind die Bösen.
- Der Schutz bringt das Verderben.
- Die Killerseuche wird nicht aus einem Entwicklungsland mit schlechten Bedingungen, sondern aus dem Land mit den besten Bedingungen kommen.
- Die Geimpften verhindern ihren eigenen Schutz und den der Ungeimpften.
Die Impf-Ideologie ist der Virus selbst, den sie vorgibt zu jagen.
1.3 Wie es endet
Nachdem die erste Multimillionenseuche über den Planeten gezogen ist, werden wir unsere Anstrengungen verzehn- und verhundertfachen und alle Ressourcen mobilisieren, um die richtigen Antibiotika, Virenmittel und Impfungen zu finden. Das ultimative Antibiotikum wird produziert werden.
Und alles ist wieder sicher, bis der nächste mutierte Virus heranrollt. Ein Virus, der gar nicht mutiert ist, sondern wir Menschen sind es. Und dann wird hier nicht mehr viel übrig bleiben.
Und das alles wird eintreten, weil wir etwas bis auf das Messer bekämpfen, was uns hilft: Viren. Und durch ein Medikament, welchem wir selber den Namen Antibiotika gegeben haben. Anti = gegen, Bios = das Leben.
Bakterien sind enorm anpassungsfähig. Binnen zwei Stunden können sie die komplette Evolution des Menschen nachvollziehen.
(Markus Kosch, welt.de, 30.07.2007)