Spanische Grippe
In diesem Kapitel möchte ich nochmal kurz auf die bei Killer-Virenwarnungen oft zitierte Spanische Grippe eingehen:
Anlässlich des diesjährigen (2007) Polen-Besuchs unserer Kanzlerin, war der Artikel über den polnisch-russischen Krieg Artikel des Tages bei Wikipedia.
Eine Kontroverse gibt es über die Behandlung russischer Kriegsgefangener in Polen. Über deren Schicksal hat es bis zum Zusammenbruch des Ostblocks 1990 keine offene Diskussion gegeben. Dasselbe gilt auch für die Behandlung der Ukrainer, die nach dem Krieg in Polen interniert wurden. Beide Staaten machten während des Krieges eine ökonomische Krise durch und waren oft nicht in der Lage, ihre eigene Bevölkerung angemessen zu versorgen. Aus diesem Grund war die Versorgung der Kriegsgefangenen oft unzureichend. Zehntausende Gefangene beider Seiten starben an der Spanischen Grippe, die nach dem Weltkrieg global wütete. Ein polnisches Internierungslager in Tuchola erlangte durch die hohe Anzahl an Toten schreckliche Berühmtheit. Eine Mission des Roten Kreuzes, die zur Untersuchung des Lagers entsandt wurde, fiel unter nicht geklärten Umständen einem Mord zum Opfer.
Ja, die schreckliche spanische Grippe, hoffentlich finden sie schnell etwas gegen diesen Killervirus, falls er zurückkommt.
Sie haben schon festgestellt, was den Virus so tödlich macht. Es ist ein bestimmtes Protein, welches in dem Grippevirus vorkommt. Dieses Protein kommt auch in anderen Viren vor, zum Beispiel dem Vogelgrippevirus. Wenn sich dort also irgendwas irgendwie verbindet und anschließend mutiert, dann müssen wir alle sterben.
Wir sind zwar keine Kriegsgefangenen, in einem Land, in dem schon die eigene Bevölkerung an Unterversorgung leidet, aber das war sicher nur eine unbedeutende Randbedingung. Wir sind bestimmt auch alle hochgradig gefährdet.
Weltweit starben 50 Millionen Menschen an der spanischen Grippe. In Europa starben täglich Tausende, die Bedingungen in Polen waren schlecht, außerdem war es damals normal, dass Menschen in Kriegsgefangenenlagern starben und trotzdem kümmert sich auf einmal alle Welt um dieses Lager. Warum?
Ist es möglicherweise so wie bei den Atombombenexplosionen in Japan und den Atomkatastrophen in Russland, wo es auch immer hieß, Hunderttausende sind an den Spätschäden gestorben und, wo jetzt durch Untersuchungen herauskommt: Na ja, es waren schon ein paar Tausend.
Ich habe vor Kurzem einen Spiegelbericht zu diesen Atomkatastrophen gelesen. Heute ist der 26.11.2007 und es war so zwei oder drei Wochen her.
Das würde jedenfalls erklären, warum das Kriegsgefangenenlager in den Focus gekommen ist. Dort ist gesichert, dass sehr viele starben und, dass sie an Spanischer Grippe starben. Etwas, mit dem es sonst wahrscheinlich Schwierigkeiten gibt, beides zu belegen.
Zur Spanischen Grippe allein reicht eine kurze Internetsuche, um die Zahl von 50 Millionen Spanische-Grippetoten, also mehr Toten als der gesamte erste Weltkrieg gefordert hat, wie oft gesagt wird, sofort auf 20 bis 50 Millionen Tote bei seriöseren Quellen zu reduzieren.
Und dann ziehen wir da noch diejenigen ab, die ohnehin unter katastrophalen Umständen gelebt haben, wie Kriegsgefangene und Arme in Elendsquartieren und dann schmilzt die Zahl ganz schnell und ganz stark weiter zusammen.
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Im Buch "Kulturgeschichte der Seuchen" wird eine Grippeepedemie von 1387 aufgeführt, die in der Straßburger Chronik verzeichnet ist:
Nehmen wir den Bericht von einer Grippeepedmie von 1387, die in der Straßburger Chronik aufgeführt ist und im Buch Kulturgeschichte der seuchen zitiert wird:
"Do man zelte (zählte) nach Gotz (Gottes) geburte 1387 jor (Jahr), da kam ein gemeine sichtage (Seuche) in alle lant von dem husten und flosse kelen (fließende Kehlen)."
Unter Zehnen blieb kaum einer gesund, aber wer starb?
"die alten lüte (Leute), die diesen sichtagen von alter und von swachheit nüt möchtent überwinden."
(Beide zitate: S. 1011)
dass unter schlechtne bedingungen, wie bei der spansichen grippe,
alles stirbt, ist klar.