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Andere Keime füllen die Lücke

Enzephalitis bei dafür anfälligen Kleinkindern wurde früher vor allem durch Masern-, Mumps- und Windpockenviren verursacht. Sie entsteht jetzt durch andere Erreger.

(i) USA, 1950-1981
Eine Studie, die das Auftreten von Enzephalitis bei Kindern in derselben Region über den Zeitraum der einsetzenden Massenimpfprogramme und danach erfasste.

In der Zusammenfassung der Studie steht:
No case due to mumps, measles, or rubella viruses has occurred since 1972, reflecting the impact of immunizations

Die Zahl der Enzephalitis Fälle hatte jedoch nicht abgenommen.
Für das Alter unter einem Jahr:
1950-1959: 26,1 Enzephalitis-Fälle auf 100.000 Personen-Jahre
1960-1969: 20,8 Enzephalitis-Fälle auf 100.000 Personen-Jahre
1970-1975: 20,7 Enzephalitis-Fälle auf 100.000 Personen-Jahre
1976-1981: 21,8 Enzephalitis-Fälle auf 100.000 Personen-Jahre

Im Alter von 1-4 Jahren:
1950-1959: 12,5 Enzephalitis-Fälle auf 100.000 Personen-Jahre
1960-1969: 15,3 Enzephalitis-Fälle auf 100.000 Personen-Jahre
1970-1975: 19,0 Enzephalitis-Fälle auf 100.000 Personen-Jahre
1976-1981: 15,4 Enzephalitis-Fälle auf 100.000 Personen-Jahre
(Beghi E, „Encephalitis and aseptic meningitis, Olmsted County, Minnesota, 1950-1981", 1984)

(ii) Finnland, 1974-1986
Eine Studie mit ähnlichen Vorbedingungen: Kinder wurden untersucht, langer Zeitraum vor und nach den Impfungen, dieselbe Region, gab es auch in Finnland.

Das Vorkommen der Enzephalitis nahm schwankend von 19,8 Fällen auf 100.000 Kinderjahre (1974) auf 2,5 Fälle auf 100.000 Kinderjahr in 1985 und 1986 ab.
Neben den Impfungen, spielte dabei allerdings auch das generelle Absinken der Gefähr­lichkeit der Masern, das in allen homogenen europäischen Bevölkerungen fest­stellbar war, eine Rolle. Wobei sich diese Abnahme, wie es im letzten Satz heißt, nicht bei Patienten mit einer schlechten Prognose wieder findet:
62 patients with encephalitis were treated at the Children's Hospital, University of Helsinki, over a 20-year period. The incidence of encephalitis was 8.3/100,000 child-years (range 19.8 in 1974 to 2.5 in 1985 and 1986). The organisms most commonly associated with encephalitis in children were mumps, measles, and varicella viruses, and Mycoplasma pneumoniae. After the start of the nationwide measles, parotitis, and rubella (MPR) vaccination programme in 1982 in Finland, encephalitides associated with these viruses seem to have totally vanished. Currently the pathogens most often associated with childhood encephalitides are varicella-zoster, M pneumoniae, and enteroviruses. 3% of the 462 patients died from their illness, and 7% became severely damaged, with the poorest outcome occurring after multiple infections, and herpes simplex virus, cytomegalovirus or M pneumoniae infections. The decline in the total number of cases of encephalitis was not accompanied by a decrease in number of patients with a poor outcome.
(Koskiniemi M, Vaheri A, „Effect of measles, mumps, rubella vaccination on pattern of encephalitis in children.", 1989)

(iii) Finnland, 1993-1994
Dieser Abnahme folgte ein Anstieg der Zahlen.

Die anschließende Multicenter-Studie (mehrere Krankenhäuser, unterschiedliche Untersucher), die 85% der Kinder in Finnland einschloss, fand 10,5 Fälle auf 100.000 Kinderjahre bei einem größten Auftreten bei Kindern unter einem Jahr mit 18,4 Fällen auf 100.000 Kinderjahre.

Im Original: We found 175 cases with acute encephalitis in a population of 791.712 children aged 1 month-15 years during a 2-year surveillance period in 1993-1994. The overall incidence was 10,5/100.000 child-years with the highest figure in children < 1 year of age, 18,4/100.000 child-years.

Die Enzephalitis wurde jetzt durch andere Keime verursacht:
The microbial diagnosis was considered proven or suggested in 110 cases; varicella zoster, respiratory and enteroviruses comprised 61% of these, and adeno, Epstein Barr-, herpes simplex and rota viruses comprised 5% each. A clearcut change seems to have occurred in the aetiology of encephalitis. Mumps, measles, and rubella virus associated encephalitides have been almost eliminated. Varicella zoster, respiratory, and enteroviruses have increased in frequency and occur in younger age groups. New causes were identified, especially Chlamydia pneumoniae and HHV-6 [Herpes-Virus]. Our data should assist in making a specific diagnosis and defining appropriate antimicrobial therapy.

Die Folgerung war:
The spectrum of encephalitis in children has changed due to vaccination programs. The incidence, however, appears to be about the same due to increasing frequency of other associated old and new microbes.
(M. Koskiniemi, „Epidemiology of encephalitis in children. A prospective multicentre study“, 1997)

Es spricht vieles dafür, dass es vor allem an der Schwäche des zugrunde liegenden Organismus liegt, ob ein Infekt Folgen hat oder nicht. Wenn diese Schwäche da ist, dann wird die Enzephalitis nach kurzer Zeit durch andere Erreger ausgelöst.
Besonders wichtig ist dabei das Neugeborenenalter. Bei der Unreife des vor­handenen Immunsystems, ist hier ein wesentlicher Schutzfaktor der übergebene Nestschutz von der Mutter. Vor den ursprüng­lichen Hauptverursachern der Enzephalitis, Masern-, Mumps-, und Röteln, waren die Neugeborenen durch die Anti­körper der Mutter und durch die besser werdenden Lebensbedingungen immer besser geschützt. Vor Herpes-, Enteroviren und Chlamydien waren sie es nicht.

Das Argument, mit dem der meiste Druck für die Masernimpfung gemacht wird, ist: „Dann entsteht eine Enzephalitis bei deinem Kind und sein Hirn wird von den Viren weggefressen“. Tatsächlich hat die Zahl der Enzephalitisfälle aber überhaupt nicht abgenommen und das, obwohl allein aufgrund der sich be­ständig bessernden Lebensbedingungen ein anhaltender Rückgang zu erwarten gewesen wäre.

Wenn Kinderkrankheiten, die dazu noch immer harmloser wurden, in einem großen Kraftakt ausgerottet werden sollen, dann muss vorher untersucht werden, ob das, was dann zwangsläufig nachkommt, besser ist als das, auf was wir bereits angepasst sind. Das ist nicht passiert. Und alles deutet darauf hin, dass es auch nicht so ist.

Es besteht nicht der Ansatz einer Ahnung davon, was die Impfungen gegen Kinderkrankheiten überhaupt bewirkt haben.