Vogelgrippe
Die Vogelgrippe war das ganz große Kino.
Ich denke, wir können uns alle an das Frühjahr 2006 erinnern, als ein paar tote, durch den Winter geschwächte Schwäne, also standorttreue Tiere, auf Rügen gefunden wurden, bei denen der Vogelgrippevirus nachgewiesen wurde. Die Schwäne hatten den Vogelgrippevirus von vorbeiziehenden Zugvögeln abbekommen, die aus Asien zurückkamen und von denen allein etwa 10 Millionen pro Jahr über die Nordsee nach England zurückfliegen.
Ganz Rügen wurde abgeriegelt. Im Fernsehen hast du gesehen wie Raumfahrer alle aus Rügen kommen Fahrzeugen umstellt, abgesprüht, desinfiziert und dekontaminiert haben.
Man stelle sich einmal vor, das Virus wäre unentdeckt geblieben und die Tiere wären einfach nur an Kräftemangel vor sich hingestorben, wie es nach einem Winter möglich ist und wie es die Jahre zuvor auch war.
Was hätten wir für eine Action verpasst?
So jedenfalls wurde ganz Rügen hermetisch abgeriegelt und unsere ABC-Abwehrtruppen in Bewegung gesetzt.
Auch ich hatte auf diese Notsituation natürlich umgehend reagiert und mir sofort Popcorn und einen großen Colabecher mit Strohhalm gekauft und mich vor meinen Fernseher platziert, um bei der Abriegelung von Rügen dabei zu sein.
Ganze Schlangen von Autos habe ich gesehen, die panikartig Rügen verlassen wollten, aber daran gehindert wurden, damit die anderen Deutschen, also du und ich, nicht auch noch an der tödlichen Vogelgrippe sterben müssen.
Ich habe mit den Soldaten und ihren Schützanzügen mitgefiebert, als sie sich am Strand entlang pirschten, auf der Suche nach weiteren verendeten Tieren und dem tödlichen Virus, der auf seinen Weg von Asien nach hier, schon die Bevölkerungen von Polen und Pakistan zu 80% ausgelöscht hatte. Allerdings wurde das nicht publik gemacht, um eine Panik zu vermeiden. Rate mal, warum die Autodiebstähle zurückgegangen sind?
Es war genau wie in Outbreak mit Dustin Hoffmann.
Würde ich Kinder haben, wären wir auch nach Rügen gefahren und wir hätten uns dort unser Auto dekontaminieren lassen. Sicherheitshalber.
Also statt in den Moviepark Bottrop-Kirchhellen wären wir dann eben am Wochenende nach Rügen zum Dekontaminieren gefahren. Vielleicht hätten wir unterwegs noch ein paar tote Vögel gefunden und diese den Raumfahrern mitgebracht und gesagt, dass wir sie dahinten an so einer Stelle gefunden hätten.
Dann wäre dort richtig Stimmung aufgekommen.
Das kann dir kein Moviepark bieten, wenn die Virengläubigen Amok laufen.
Davon hätten die Kinder in 10 Jahren noch erzählen können.
1.1 Vogelgrippe, ein Event für alle
Jedem unwichtigen Politiker, sogar welchen aus Mecklenburg-Vorpommern, weil sie das Glück hatten und die beiden Schwäne gerade in ihrem Land gestorben waren, wurde ein Mikro hingehalten und er durfte etwas sagen, was zur besten Sendezeit über die Bildschirme ging.
Ich hatte einen gesehen, der trat in einem schwarzen Anzug vor das Mikro, als die Vogelgrippe ausgebrochen war und er sagte mit sehr ernstem Gesicht: "Die Lage ist ernst, sehr ernst."
Das ist der Traum meines Lebens, in einem schwarzen Anzug vor die Kameras und das Mikro zu treten, während die ganze Welt mich anblickt, und dann mit bedeutungsschweren Worten zu sagen: "Die Lage ist ernst, sehr ernst. Ein Schwan ist gestorben."
Das letzte darf man sich allerdings nur denken. Auch die Medienberater würden mir sicher verbieten, so etwas zu sagen.
Dabei würde ich mich jedenfalls richtig gut fühlen.
Die Politiker in Mecklenburg-Vorpommern überzeugten während der Vogelgrippe sowieso mit ihrer Kompetenz:
Auf Rügen hat sich eine Katze mit dem H5N1-Virus infiziert. Damit ist der Erreger erstmals in Europa auf ein Säugetier übergesprungen. Das Agrarministerium spricht von einem Einzelfall. Die Regierung Mecklenburg-Vorpommerns denkt jedoch über Massentötungen streunender Katzen nach.
(spiegel.de, 28.02.2006)
Richtig, haut die Katzen alle weg. Ich mag Hunde und Pferde sowieso lieber.
Im Leben eines jeden Seuchenbekämpfers ist so etwas wie die Vogelgrippe auf Rügen einfach ein Highlight. Endlich kannst du zeigen, was du gelernt hast und, was du alles weißt und wie gefährlich alles ist. Du kommst sogar in die Zeitung und alle nehmen dich wichtig und gucken betroffen, wenn du etwas sagst.
Egal, ob du am Auto stehst und desinfizierst oder, ob du der professionelle Märchenerzähler für die Presse bist.
So eine Seuche kommt bei allen gut an: Der Virologe kann wieder einmal die Menschheit vor der kompletten Ausrottung bewahren, der ABC-Trupp der Bundeswehr hat was zu tun, die Presse hat was zu schreiben und wir haben was zum Lesen und Gruseln.
Und das Beste ist, egal wer was wie gut oder wie schlecht macht, am Ende passiert keinem etwas. Bis auf den Schwan natürlich, der war aber sowieso schon tot. Und alle hatten ein tolles Erlebnis. Je näher sie an der Seuche dran waren, desto toller.
Wenn ich Politiker wäre, dann würde ich immer in Krisenzeiten eine Seuche ausrufen. Das stärkt den Zusammenhalt. Leider geht das nicht, da immer viel zu viele Leute mit viel zu unterschiedlichen Interessen, Verantwortungs- bewusstsein und Ansichten mit drin hängen. Und eine weltweite Seuche müsste gar über mehrere Länder koordiniert werden, völlig unmöglich. Das geht ja nicht einmal innerhalb eines Landes.
Und somit bleibt es also ein reiner Glücksfall, ob du als Politiker eine Seuche abbekommst und, ob du zu ihr und der unmittelbar bevorstehenden Ausrottung der Menschheit Stellung nehmen darfst oder nicht. Und, ob du vorschlagen kannst, alle Katzen zu töten oder nicht.
1.2 Die Anfänge
Die ersten Meldungen zur Vogelgrippe mit 150 Millionen Toten klangen ja noch wirklich vielversprechend, aber als danach monatelang nichts kam und dann die folgende Meldung aus England:
Papagei stirbt in Großbritannien an Vogelgrippe - In Großbritannien ist ein unter Quarantäne stehender Papagei an Vogelgrippe gestorben.
(Schlagzeile der Bildzeitung)
Da wusste ich schon, wenn sie Zeit haben, einen Papagei, der vor Altersschwäche von der Stange gekippt ist, auf den Vogelgrippevirus zu untersuchen, dann müssen sie schon sehr verzweifelt sein.
Dann wird auch die Vogelgrippe wieder so ein Rohrkrepierer wie SARS und Ebola.
Keine Toten in Europa, nicht einmal eine Million oder wenigstens 100.000.
Erst kündigen sie immer die große Action an und ich lasse den Fernseher laufen und dann ist wieder nichts. Irgendeiner hält einen toten Vogel in Kamera und das war es dann.
Ich habe das so satt.
Aber im Grunde war es auch besser so.
100 Millionen Tote durch die Vogelgrippe.
Bis die endlich alle tot sind, das zieht sich ja über Monate.
Soviel Popcorn habe ich gar nicht.
1.3 Der wissenschaftliche Beweis für Gott
Diese ganzen Killerkrankheiten ziehen einfach an einem vorüber und man vergisst sie wieder. Manchmal sind sie sogar so schnell wieder weg, dass ich gar nicht dazu komme, mich zu fürchten, weil ich oft auch noch andere Dinge zu tun habe.
Ich habe noch mal bei SARS nachgeguckt:
Es gab 916 Tote durch SARS insgesamt.
Und dann steht bei Wikipedia:
"Im Sommer 2003 ging die Zahl der Erkrankten beständig und schließlich vollständig zurück."
Unter Behandlung von SARS steht bei Wikipedia:
"Spezielle Behandlungsmaßnahmen gibt es bisher keine."
Nie haben sie irgendwelche wirksamen Mittel, trotzdem verschwinden diese ganzen Killerkrankheiten, die uns alle auslöschen sollen, immer von selbst und kommen nie hier an. Einfach so.
Es kann nur ein logischer Schluss übrig bleiben. Die wissenschaftliche Erklärung dafür ist einfach, auch wenn es dir so direkt keiner sagen würde, aber es ergibt sich zwangsläufig:
Es sind Wunder Gottes.
Aber das passt ja alles zusammen. Zuerst entstehen schreckliche Krankheiten, völlig aus dem Nichts, völlig ohne Grund (Satan! Oder wissenschaftlicher: Mutation). Und dann verschwinden sie wieder ins Nichts, ebenfalls völlig ohne Grund: Gott!
Aber warum loben die Wissenschaftler dann Gott nicht für das Verschwinden der Krankheiten?
Ganz klar, Gott macht das ja andauernd.
Und wenn du als Gott zu oft Wunder tust, dann lobt dich keiner mehr dafür. Und schlimmer noch, es fällt keinem mehr auf.
Gott zu sein muss ein echt mieser und undankbarer Job sein. Ich bin so froh, dass ich ihn nicht machen muss.
Und wie sehen die Zahlen bei der Vogelgrippe aus?
1997 trat der Virus erstmals bei einem Menschen auf.
Inzwischen haben wir innerhalb von 10 Jahren schon knapp 200 Tote.
Eine ungeheuer gefährliche Krankheit, ich kann nachts schon gar nicht mehr schlafen vor Angst. Wenn sie sich in diesem Tempo weiter ausbreitet, ist im Jahre 2 Millionen nach Christus die ganze Menschheit ausgerottet.
Zumindest, falls noch ein Atomkrieg dazu kommt.
2. Vogelgrippe - Die Propheten
Als die Vogelgrippe hier bei uns vorbeiwehte, überboten sich unsere Wahrsager und Propheten mit ihren Opferprognosen. Das Robert-Koch-Institut ging gegenüber der FAZ von einer zu erwartenden Infektionsrate von bis zu 30% der Bevölkerung aus:
"Die Gefahr einer Pandemie ist real und das Risiko derzeit so hoch wie seit Jahrzehnten nicht mehr."
(Reinhard Kurth, Präsident des Robert-Koch-Instituts, faz.net, 05.01.2006)
Dieser Satz ist auch deswegen interessant, weil er auch 2008 noch bei Wikipedia unter Vogelgrippe zitiert wird.
Die WHO:
"Aus Vietnam meldete die WHO zuletzt, es gebe deutliche Anzeichen dafür, daß aus Viren von Vögeln und Mensch nun ein Killervirus entstehe, das mit einer Tödlichkeit um die Welt fegen könnte wie zuletzt der Erreger der "Spanischen Grippe" der Jahre 1918/19." (www.faz.net, 07.03.2005)
Und da auch in England ein toter Vogel gefunden wurde, durften auch die englischen Glaskugelleser mal ran:
Opfer-Prognose schockiert Briten.
Das H5N1-Virus verbreitet Angst in Großbritannien. Tausende besorgte Bürger bombardieren die Behörden mit Anrufen. Jetzt hat ein Regierungsberater erklärt, eine Vogelgrippe-Pandemie könnte 100.000 Schulkinder töten - was auf der Insel nicht eben zur Gelassenheit beitrug.
London/Edinburgh - Es war nur ein einziger Schwan in einem abgelegenen ostschottischen Küstendorf. Aber er reichte aus, einen ganzen Staat in Unruhe zu versetzen: Seit klar ist, dass der am 29. März in Cellardyke gefundene Vogel mit dem H5N1-Virus infiziert war, hat die Angst vor der Seuche auch Großbritannien in ihren Klauen.
Zwar sind in den vergangenen zwei Wochen offenbar keine weiteren Tiere auf der Insel der Vogelgrippe zum Opfer gefallen, doch das vermag die Bevölkerung kaum zu beruhigen. Allein am vergangenen Freitag und Samstag riefen knapp 3500 besorgte Bürger beim zuständigen Ministerium an, um Kadaver zu melden oder sich über die Gefahr zu informieren, wie die Tageszeitung "The Independent" berichtete.
Am gestrigen Sonntag drehte die "Sunday Times" noch einmal kräftig an der Hysterieschraube. Das Blatt zitierte Liam Donaldson, als "Chief Medical Officer" immerhin der oberste Mediziner des Vereinigten Königreichs, mit den Worten, eine Vogelgrippe-Pandemie könne im schlimmsten Fall bis zu 700.000 Briten töten - darunter bis zu 100.000 Schulkinder.
Eltern dürften das nicht gerne hören. Doch das Blatt nannte noch weitere Details aus dem eigentlich vertraulichen Brief Donaldsons an die Schulen des Landes. Demnach forderte der Mediziner die Schulleitungen auf, sich auf schnelle Schließungen im Falle einer Vogelgrippe-Seuche unter Menschen vorzubereiten. Denn dadurch könnten 50.000 Kinder gerettet werden. "Ich würde deshalb empfehlen, dass die Schulen auf der Grundlage planen, während der Pandemie teilweise oder ganz zu schließen", zitiert die "Times" aus dem Brief.
Regierung arbeitet offenbar an Notfallplänen.
Dass der Bericht nicht völlig aus der Luft gegriffen war, bestätigte anschließend Jack McConnell, Chef der schottischen Regionalregierung. In Schottland würde schon ein infizierter Schüler genügen, um alle Schulen des Landes sofort stillzulegen, sagte McConnell in einem Fernsehinterview. (spiegel.de, 10.04.2006)
Als schottischer Schüler, der Grippe hat, hätte ich da einfach einmal rum erzählt, dass ich am Strand einen toten Vogel gefunden habe, den ich untersucht habe. Zwei Freunde von mir bestätigen die Version und schon werden in ganz Schottland vorsorglich erst mal alle Schulen geschlossen.
So billig kommst du als Schüler nie wieder um den Unterricht herum. Vom ganzen Spaß, den du dabei hast, ganz abgesehen.
Bis die herausgefunden haben, dass du einen ganz normalen Grippevirus hast, dauert es Tage, denn sie müssen sicher gehen und so eindeutig sind diese Tests ja auch nie. Die Verantwortung für 700.000 tote Briten oder gar die Auslöschung von ganz England, will kein Mediziner tragen, der sich nicht zu 100 Prozent sicher ist und "28 days later" im Kino gesehen hat. Und das können sie nie sein.
Also bleiben die Schulen geschlossen, bis deine Grippe vorbei ist.
Der oberste Mediziner des Landes warnte vor 700.000 Toten. Die Engländer haben also genauso fähige Leute wie wir, das ist echt beruhigend.
Ich frag mich, wie die das ausrechnen, dass genau 100.000 Schulkinder sterben. Und was ist mit den Auszubildenden? Wieso müssen die nicht sterben?
Und wer will nicht als Schulminister mal eben 50.000 Schulkinder retten? Damit kommt man bestimmt in die Zeitung.
Wenn die Vogelgrippe nicht so unglaublich harmlos wäre und nicht nur ein paar wenige Tiere so geschwächt sind, dass sie auf den Virus anspringen, dann wären alle auf die Straße gerannt und hätten sich gegenseitig umgebracht.
2.1 Weitere Endzeitpropheten
UNO rechnet mit 150 Millionen Toten.
"Die Vereinten Nationen warnen davor, die Vogelgrippe zu unterschätzen. Ein mutiertes Virus könnte bis zu 150 Millionen Menschen töten."
Und weiter:
"Jeden Moment kann eine neue Grippe-Pandemie ausbrechen", sagte David Nabarro. "Auslöser wird vermutlich eine Mutation des Vogelgrippevirus sein." Die Zahl der Todesopfer könne zwischen fünf Millionen und 150 Millionen Menschen liegen. Ohne ausreichende Vorsichtsmaßnahmen könne das in Asien grassierende Virus zu einer globalen Grippe-Epidemie beim Menschen führen, erklärte der britische Arzt. Uno-Generalsekretär Kofi Annan hatte Nabarro gestern zum Chefkoordinator der Vereinten Nationen im Kampf gegen die Vogelgrippe ernannt. (spiegel.de, 30.09.2005)
Wenn die WHO und die UNO vorlegen, dann kannst du als Weltbank da natürlich nicht nachstehen. Kaum wurde es Ende 2006 ruhiger um die Vogelgrippe, legte die Weltbank nach und reagierte umgehend auf diese dramatische Entwicklung und korrigierte ihre Schätzungen, was eine Vogelgrippe Pandemie kosten würde, stark nach oben:
Pandemie könnte zwei Billionen Dollar kosten. - Die Weltbank hat ihre Kostenschätzung für den Fall einer Vogelgrippe-Pandemie stark nach oben korrigiert: Bis zu zwei Billionen US-Dollar könne eine globale Seuche kosten. Zugleich warnte die Weltgesundheitsorganisation vor einem trügerischen Sicherheitsgefühl.
Singapur/Auckland - Sollte das Vogelgrippe-Virus H5N1 mutieren und sich dem Menschen anpassen, könnte es nicht nur eine globale Seuche mit möglicherweise Millionen von Toten auslösen. Auch die wirtschaftlichen Schäden wären enorm, wie Experten der Weltbank befürchten. Laut Jim Adams, Chef der Vogelgrippe-Taskforce der Weltbank, könnte eine solche Pandemie mehr als drei Prozent des globalen Bruttosozialprodukts verschlingen.
"Wir schätzen, dass die Kosten mit Sicherheit eine Billion US-Dollar übersteigen würden", sagte Adams beim jährlichen Treffen zwischen der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds. Im schlimmsten Fall könnte die Marke von zwei Billionen Dollar - rund 1,6 Billionen Euro - erreicht werden.
Frühere Schätzungen waren von einem weltweiten Schaden von rund 800 Milliarden Dollar ausgegangen. Neuere Modellrechnungen hätten diese Zahl jedoch zu niedrig erscheinen lassen, erklärte Adams. Deshalb sei es unbedingt notwendig, Programme zur Vorbeugung einer Vogelgrippe-Pandemie aufzulegen und die Öffentlichkeit besser zu informieren. Die Weltbank selbst habe in diesem Zusammenhang rund 150 Millionen Dollar in elf Staaten investiert.
(spiegel.de, 17.09.2006)
Jetzt wissen wir auch, was die Leute bei der Weltbank machen, wenn sie gerade keinen Reporter zur Hand haben, den sie zuquatschen können. Sie machen Modellrechnungen.
Es wäre vielleicht besser, wenn sie stattdessen mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen und ihnen mehr Liebe geben würden. Sonst fangen die später auch wieder mit Modellrechnungen an.
Und der Mann ist Chef einer Taskforce. Das ist wie im Kino, bei den ganzen Agentenfilmen. Nur sind Kinofilme weitaus billiger in der Herstellung und im Verbrauch als die Weltbank. Und wir können selber entscheiden, ob wir reingehen wollen oder nicht.
Früher haben die Propheten ihre Eingebungen direkt von Gott bekommen und das wurde von ihren Anhängern nicht hinterfragt. Die Kaste der Priester brachte ihre nur für sie einsehbaren Botschaften unter das Volk.
Heute ist es die Kaste der eingeweihten Modellrechner, die ihre Eingebungen unter das Volk bringt. Und auch das wird und kann von ihren Anhängern nicht hinterfragt werden.
So Sätze wie: "Jeden Moment kann etwas Furchtbares geschehen", "Voraussichtlich werden x Millionen Menschen sterben" und besonders natürlich: "Es kann jeden treffen", gehören einfach zum Standardrepertoire eines Chefkoordinators bei den Vereinten Nationen.
Sobald du einen Reporter siehst, der nicht rechtzeitig sein Mikrofon ausbekommen hat, musst du die darein sprechen.
100.000 tote Schulkinder, wie haben sie das berechnet?
Haben sie sich hingestellt und gesagt, der Wind kommt heute aus Osten, England ist bei der WM früh ausgeschieden und es regnet. 100.000 Schulkinder werden sterben?
Vermutlich hatten sie 98.780 tote Schulkinder ausgerechnet und dann kam das Marketing und hat gesagt, 100.000 klingt besser.
Ich habe die böse Vermutung, ihre Computer, die die Zahlen ausgeworfen haben, kennen sich gar nicht wirklich so gut mit dem Leben aus. Ich habe den schlimmen Verdacht, irgendwo hat irgendjemand etwas vereinfacht und die Computer gar nicht mit allen Bedingungen des Lebens gefüttert.
Ich meine, es ist aber auch ein Teufelskreis. Wenn einer es so sagt, wie es ist: Drei vom Winter geschwächte Schwäne werden sterben, dann schafft er es mit seiner Meldung nicht mal auf den internen UNO-E-Mail Verteiler.
Vermutlich laufen dort interne Wetten bei der UNO. Hey, ich war letzten Monat in 32 Zeitungen und habe insgesamt 200 Millionen Tote prognostiziert. Und was hast du geleistet?
Und als Einstellungstest muss man dort einen Text schreiben, bei dem sich die Menschen erschrecken. Bei welchem Text dann die meisten Anrufe bei der WHO eingehen, der wird Pressesprecher.
Der einzigen Regel, der du als WHO-Mann unterworfen bist und, was du niemals machen darfst, egal ob du multiresistente TBC-Killer-Bazillen oder Super-Mutanten-Vogelgrippeviren meldest, ist, du darfst niemals, aber auch wirklich niemals, mehr potenzielle Todesopfer voraussagen als die aktuelle Anzahl lebender Menschen.
Das ist das einzige, was Außenstehende kontrollieren können.
Wie wir sehen, kann also auch die WHO nicht alles prognostizieren, was sie will.
Was man als Laie ja durchaus leicht vermuten könnte.
Nein, die UNO-Leute grinsen sich bestimmt alle eins, wenn sie zuhause sitzen und ihre Verlautbarungen im Fernsehen sehen. Gegen die Jungs dort sind alle Hollywoodstars nur kleine Würste.
2.2 Inhalte der Prophezeiungen
Es wird etwas Schreckliches passieren, Millionen werden sterben. Eher heute als morgen!
Wir wissen auch ganz genau, wie das passieren wird:
Entweder irgendwas verbindet sich irgendwie irgendwo mit irgendwas anderem und Millionen werden sterben (Vogelgrippe) oder aber irgendwas mutiert irgendwo irgendwie zu irgendwas anderem (TBC) und Millionen werden sterben.
Naja, das waren jetzt die wissenschaftlichen Versionen. Oft sagen sie auch einfach nur: Das multiresistente Killervirus wird alles niedermetzeln.
Explosionsartig.
Killt alles. Das reicht als Begründung. Das Böse tut Böses, weil es böse ist. Das war schon immer so, da braucht man auch nicht mehr nach dem Warum fragen. Verstehen wir sowieso nicht. Ist zu kompliziert für uns.
Irgendwas verbindet sich irgendwo auf der Welt irgendwie mit irgendwas anderem und dann wird Schreckliches passieren.
Irgendetwas mutiert irgendwie und dann passieren die Dinge, die kannst du dir gar nicht vorstellen. Ganz schlimme Sachen. Schreckliches.
Menschen, Wissenschaftler sehen einen Virus und ihr Verstand setzt nicht sofort aus. Ein Virus wird gesehen und es werden nicht sofort Multi-Millionen-Tote-Meldungen an die weltweite Presse abgesetzt.
Kennst du das Märchen: "Des Kaisers neue Kleider"?
Mach die Augen auf, die sind alle nackt.
3. Vogelgrippe - Verlauf
Schauen wir uns an, wie der zeitliche Verlauf der Vogelgrippe in Deutschland und Europa war, welche Folgerungen sich aus den einzelnen Ereignissen ergeben und, was passiert ist. Aber vor allem auch, was nicht passiert ist.
Das Erste, was mich an der Vogelgrippe gewundert hatte, was allerdings auf meine Unkenntnis zurückzuführen war, war das Folgende: Dort auf Rügen werden tote Vögel gefunden, an Vogelgrippe zusammengebrochen und gestorben. Sozusagen vom Himmel, während des Flugs, herabgefallen.
Alle gefundenen toten Vögel wurden sofort isoliert, dekontaminiert, untersucht, verbrannt und vergraben. Des Weiteren wurden mehrere Hundert Vögel vorsorglich getötet. Und jeder, der auch nur den Anschein erweckte, Rügen irgendwie verlassen zu wollen, war sofort von 5 Reportern und 3 ABC-Abwehrtruppen umstellt und wurde entseucht und interviewt. Oder umgekehrt.
Trotzdem trat die Vogelgrippe danach noch mehrmals in Deutschland und im europäischen Ausland auf. Wie konnte das sein?
Warum kam die Vogelgrippe überhaupt bis hierhin, denn die anderen Staaten haben ja auch sofort alles desinfiziert, dekontaminiert, getötet, verbrannt, exkommuniziert und vergraben, was sich irgendwie in der Nähe eines verhungerten Vogels mit Vogelgrippe-Virus herumgetrieben hatte und, dessen sie habhaft wurden? Oder galt da wieder das Alte, die anderen sind nicht so gut wie wir und machen Fehler?
Und warum verschwindet die Vogelgrippe dann wieder, obwohl danach niemals wieder etwas so gut abgeriegelt wurde und werden konnte wie Rügen?
Die Lösung ist einfach und das wissen die Fachleute natürlich auch, obwohl es nicht so deutlich gesagt wurde. Wahrscheinlich war es ihnen zu banal, weil das jeder in der 6. Klasse im Biologie- und Erdkundeunterricht macht und nur ich wieder rumgepennt hatte:
Auf Rügen, oder wenn hier woanders Tiere gefunden werden, dann sind es so gut wie nie die primären, aus Asien einfliegenden, Virenträger gewesen, sondern immer nur ein paar geschwächte, einheimische Wildtiere, was natürlich gerade im Frühjahr vorkommt.
Die primären Virenträger, die Zugvögel, sind fit, die fliegen ja aus Asien ein. Wenn du jemals schon mal aus eigener Kraft von hier nach China geflogen bist, dann weißt du, dass man dazu fit sein muss. Und wenn du einen fitten Vogel hast, dann interessiert der sich nicht viel für Viren, die macht irgendwann schon sein Immunsystem platt und darum fliegt er einfach weiter.
Und das erklärt dann auch die nächsten Fälle des Auftretens der Vogelgrippe in Deutschland und Europa. Dort wollten sich einfach ein paar Zugvögel die Gegend anschauen und sind gelandet. Und manchmal war eben ein geschwächtes, einheimisches Wildtier in der Nähe, welches daraufhin an dem Virus und nicht an Entkräftung gestorben ist, wie sonst immer.
3.1 Der Fall Rügen
Im Frühjahr 2006 flogen aus Asien viele Zugvögelschwärme mit Vogelgrippeviren nach ganz Europa ein. Wir konnten die Einschlagpunkte der Vogelgrippe auf dem Weg hierher auf der Landkarte im Fernsehen mitverfolgen. Aus mehreren Ländern, die die Zugvögel passierten, wurden ein bis zwei Vogelgrippefälle bei einheimischen Wildtieren gemeldet.
Dasselbe dann in Europa, die Zugvögel teilten sich hier auf und flogen in ihre Siedlungsgebiete zurück. Aus mehreren europäischen Ländern kam die Meldung, dass ein Vogelgrippefall bei einem einheimischen Wildtier, meist waren es Schwäne, aufgetreten ist.
Um diese toten, aufgefundenen Tiere wurde dann ein Riesenwirbel veranstaltet. Also, nachdem diese Tiere tot waren, vorher noch einige Zeit durch die Gegend geschwommen oder geflogen sind, noch einige andere Tiere getroffen haben, die dann auch weiter geflogen sind, wurde der Wirbel gemacht. Also, als alles schon wieder vorbei war.
Der Schwan war tot, er konnte nicht mehr gerettet werden, warum also die ganze Hektik?
Das Problem waren doch nicht unsere standorttreuen einheimischen Wildtiere. So ein Schwan auf Rügen, der schwimmt vielleicht mal zum Kreidefelsen und zurück, aber das war es dann auch für den. Die wirkliche Gefahr waren die Zugvögel, die Virusträger, die durch ganz Europa flogen, überall hin, wie sie gerade lustig sind und die keiner unter Kontrolle bringen kann.
Von denen hast du nichts gehört. Die müssten doch massenweise tot aufgefunden worden sein, am Virus gestorben, nachdem sie zuvor noch eine Spur des Todes an einheimischen Wildtieren hinter sich hergezogen haben.
Und was ist mit den ganzen Vögeln, die unseren tot aufgefundenen Tieren vor ihrem Tod noch begegnet sind? An Vogelgrippe stirbst du bei Weitem nicht an einem Tag, auch wenn manchmal so getan wird. Erstmal dauert es einige Zeit, bis die Krankheit ausbricht.
So Tiere an sich sind ja auch neugierig und, wenn sich ein anderes Tier oder Artgenosse komisch verhält oder schwächer wird, dann kommen die anderen Tiere schon mal nachgucken, was mit dem los ist.
Also auch die Tiere, die den infizierten Schwänen begegnet sind, müssten eine Spur des Todes hinter sich hergezogen haben oder zumindest wenigstens selber gestorben sein. Und diese Tiere waren schon lange weiter, als die Gebiete abgeriegelt wurden. Und selbst wenn nicht, denkst du ein Wehrdienstleistender kann einen Vogel aufhalten, der über ihn hinweg fliegt? Wohl kaum, aber von diesen Vögeln hast du auch nichts mehr gehört.
Wobei, auf Rügen haben sie sich ja noch angestrengt und alles totgemacht, was sie gefunden haben, nachdem sie dann irgendwann dort ankamen.
3.2 Erklärungen
Was ist die Erklärung dafür, dass wir so gut wie keine toten Zugvögel gefunden haben, wenig andere tote Wildtiere, die den infizierten Schwänen noch begegnet sein müssen, und auch beide Arten von infizierten Vögeln keine Spur des Todes hinter sich herzogen haben?
Nun, das ist ganz einfach. Es ist genau wie beim Menschen. Ein normales Immunsystem macht den Erreger platt oder behält ihn im Organismus, ohne, dass er ausbricht oder solange, bis es ihn platt macht. Also, bezogen auf die anderen Vögel, die waren einfach nicht so geschwächt wie die Tiere, die es erwischt hat. Warum sollten sie auch. Die Zugvögel kamen sowieso aus Asien und haben den Winter nicht hier erlebt.
Nach jedem Winter sterben, auch ohne Virus, viele einheimische Wildtiere, weil sie zum Beispiel nicht genug Futter gefunden haben. Was bei der Vielzahl der Tiere und dem verminderten Nahrungsangebot im Winter nicht überraschend ist. Und wenn diese geschwächten Tiere dem Virus begegnen, dann sterben sie am Virus, statt an Schwäche. Das kann schon mal passieren.
Bei unseren Recherchen zum Film ("H5N1 antwortet nicht") wurde schnell klar, dass es auf Rügen nicht zu einem Massensterben der Schwäne durch H5N1 gekommen war. Sämtliche Anwohner, aber auch Ornithologen vor Ort bestätigten, dass das Vogelsterben in diesem Umfang völlig normal und jedes Jahr nach dem Winter zu beobachten ist. Die Tiere sterben an Auszehrung, Futtermangel und Kälte. (http://www.buergerwelle-schweiz.org)
Der gemeine Rügener an sich kam sich mit Sicherheit auch veralbert vor. Jedes Jahr verenden, aus den genannten Gründen, dort am Strand Vögel. Und auf einmal fangen alle an auszuflippen, Kamerateams rücken an, Touristen verlassen fluchtartig die Insel, die Bundeswehr sperrt alles ab und am schlimmsten, Horst Köhler kommt, will jedem die Hand schütteln und hält eine seiner gefürchteten Weltuntergangsreden.
Wenn es, wie es im Frühjahr 2006 der Fall war, viele Zugvögelschwärme gibt, die den Virus mitbringen (Hat dann eigentlich der ganze Schwarm den Virus? Und wenn nein, warum nicht?), dann erwischt es eben überall in Europa ein paar Tiere, wo die Faktoren virustragende Zugvögel und durch den Winter geschwächte einheimische Wildtiere zusammentreffen.
Oder noch genauer, damit ein Wildtier an Vogelgrippe stirbt, müssen folgende vier Faktoren zusammentreffen:
(1) Ein Tier, welches den Virus überträgt.
(2) Das Immunsystem vom neu infizierten Tier macht den Virus nicht gleich platt.
(3) Das neu infizierte Tier ist so geschwächt, dass die Krankheit ausbricht.
(4) Das Tier ist sogar so schwach, dass die Infektionskrankheit nicht ausheilt, was die Regel ist, sondern es daran stirbt.
3.3 August 2006 - Dresdener Vogelgrippefall
Fünf bis sechs Monate nach den Ereignissen auf Rügen, wurde ein toter Schwan aus einem Teich im Dresdener Zoo positiv auf Vogelgrippe getestet.
Am 25.11.2006 gab es eine Nachbetrachtung zu diesem Fall auf stern.de:
"Der bislang letzte bestätigte Infektionsfall in Deutschland wurde am 3. August gemeldet, ein Trauerschwan des Dresdner Zoos."
Wie kommt der Virus in den Zoo?
Es gibt nur eine Erklärung, von der natürlich auch die Fachleute überzeugt sind: Andere Vögel mit Virus müssen vorbeigeflogen sein.
Ich meine, woher soll der Schwan im Dresdner Zoo auch sonst den Virus bekommen haben. Er kann ja nicht schnell mal nach China geflogen sein und ihn sich dort abgeholt haben.
"Die einzige Möglichkeit, wie sich der Schwan angesteckt haben könnte, ist, dass er Kontakt mit infizierten Wildvögeln hatte", sagte Harder.
(Timm Harder, Leiter des Nationalen Referenzlabors für Äviäre Influenza, Süddeutsche Zeitung, S. 24, 10.02.2007)
Oder aus demselben Stern-Artikel von oben:
"Zum einen gehen die Fachleute des Friedrich-Löffler-Instituts für Tier- gesundheit in ihrer jüngsten Risikobewertung davon aus, dass Wildvögel das Virus auch bei uns nach wie vor in sich tragen."
Trotzdem passierte nichts weiter. Keine weiteren Tiere waren betroffen, weder von dem infizierten Trauerschwan, der ja die ganze Zeit dort herumschwamm, noch von den Vögeln, die den Virus verbreitet haben.
Also mit anderen Worten, wieder ist es die Ausnahme, wenn ein Tier dem Virus zum Opfer fällt.
Wo bleiben die Folgerungen?
Ja, es gibt welche, im selben Artikel noch, es ist so ein Witz:
Denn nur eine möglichst lückenlose Überwachung des Infektionsgeschehens erlaubt eine rechtzeitige Gegenwehr, wenn die von Experten wie Laien gleichermaßen gefürchtete Pandemie eines Tages ihren tödlichen Zug über die Kontinente beginnt.
Ja, genau.
Es wird ein Wunder geschehen und der Erreger wird tun, was noch kein Erreger vor ihm getan hat. Er wird uns alle töten und gesunde Populationen restlos auslöschen. Satan wird eingreifen und alle Naturgesetze außer Kraft setzen. Bestimmt.
3.4 Frühjahr 2007
Das zeitlich nächste Ereignis war diesmal ein Nichtereignis.
Es gab im Frühjahr keine Vogelgrippefälle. Zumindest in Deutschland.
Aus der EU wurden einzelne Fälle gemeldet, Ungarn, Tschechien, Großbritannien.
Warum so wenig?
Zwei Faktoren: Die aus Asien einfliegenden Zugvögel waren diesmal weniger von der Vogelgrippe betroffen, ich hörte keine Meldungen über Vogelgrippefälle aus den Ländern, an denen sie vorbeizogen. An dieser Stelle ist die Frage, warum hatten die auf einmal weniger Vogelgrippeviren? Es wurden nirgends massenhaft tote Zugvögel mit Vogelgrippeviren gefunden. Und es werden immer viele tote Vögel untersucht.
Da es sich somit um größtenteils dieselben Zugvögel, wie die vom letzten Jahr, handelt, hat deren Immunsystem inzwischen vermutlich die Viren selbst ausgeschaltet.
Und der andere Faktor ist, wir hatten hier einen sehr milden Winter. Eigentlich hatten wir hier nur eine Woche Winter. Damit gab es auch weniger geschwächte einheimische Tiere.
3.5 Juni 2007 - Nürnberg
Bei sechs im Stadtgebiet tot aufgefundenen Wasservögeln - fünf Schwänen und einer Gans - ist der Vogelgrippevirus festgestellt worden.
Der Fall ist gleich gelagert wie der Dresdner Zoo Fall. Auch hier muss der Virus von irgendwelchen Wildvögeln gekommen sein, die nach wie vor in der Natur umherfliegen. Diesmal sind es nicht nur die Experten, sondern auch unser Gesundheitsminister, der das bestätigt.
In der Welt kompakt, die jetzt statt der Financial Times Deutschland immer im Zug ausliegt, stand am 25.06.2007:
"Seehofer: Virus ist immer präsent."
Und seine Aussage im Wortlaut:
"Fest steht: Das Virus ist nicht verschwunden, sondern in der Umwelt immer noch präsent."
Irgendwelche Folgerungen daraus, dass nicht mehr passiert, obwohl der ach so tödliche Killergrippevirus dort draußen seit zwei Jahren frei herumfliegt, bleiben leider aus.
Jetzt könnte man natürlich sagen, okay, unser Bundesgesundheitsminister als Bayer und die Virus-Experten sind alles gläubige Katholiken, die glauben einfach an Wunder. Also, die wissen gar nicht, dass die Vogelgrippe nur für geschwächte Tiere gefährlich ist. Und sie glauben, dass es einfach ihre Gebete sind, die bisher verhindert haben, dass alle Tiere Deutschlands der Vogelgrippe zum Opfer gefallen sind.
Aber so ist das ja auch nicht. Die wissen das schon.
Die Überschrift in besagter Welt kompakt war:
"Vogelgrippe kommt völlig überraschend."
Und warum?
Weil die Experten davon ausgegangen sind, steht im Text, dass sich das Virus eher im Winter verbreitet, weil die Tiere dann geschwächt sind.
Genauso in der Süddeutschen Zeitung vom 26.06.2007:
Karl-Heinz Bogner, der Chef des Veterinärlabors am Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen: "Bisher war die Vogelgrippe für uns eine Seuche im Winter, wenn die Vögel geschwächt sind".
Ja, jetzt hat es auch mal Vögel erwischt, obwohl kein Winter ist. Was ein riesen Unglück.
Dort draußen fliegen Abermillionen von Vögeln herum, da ist es natürlich völlig unmöglich, wenn es ein paar gibt, die nicht so richtig fit sind. Da muss gleich der Bundesgesundheitsminister informiert werden.
Also, die Experten wissen, dass es hauptsächlich geschwächte Vögel erwischt, die Kritiker wissen es, ich weiß es, dem Bürger leuchtet es ein. Warum wird dann also immer so ein Trara gemacht, wenn irgendwo ein kranker Vogel vom Baum fällt? So etwas passiert in der Natur. Vögel können schon mal sterben.
3.6 Landkreis München: August 2007
Vogelgrippe an Stausee bei Ismaning nachgewiesen
An einem See nahe München ist die Vogelgrippe nachgewiesen worden. Von drei am Ismaninger Speichersee tot aufgefundenen Enten seien im Nationalen Referenzlabor zwei positiv auf den auch für den Menschen gefährlichen Erreger H5N1 getestet worden, sagte die Sprecherin des Friedrich-Loeffler-Instituts, Elke Reinking, am Freitag auf der Insel Riems bei Greifswald.
Bei dem dritten Tier sei die nicht hochpathogene Vogelgrippe-Variante festgestellt worden. Die Fälle zeigten, dass das Virus trotz der zuletzt eher ruhigen Wochen weiter vorhanden sei, betonte die Expertin. Die toten Jung-Enten seien an einem der angrenzenden Fischteiche gefunden worden, sagte der Leiter der Gesundheits- und Veterinärabteilung, Gerhard Schmid.
Das gesamte Gebiet müsse "epidemiologisch als Einheit" betrachtet werden. Es würde nun rund um die Seen gesucht, ob dort weitere tote Vögel zu finden seien. Im Umkreis der Seen gibt es laut Schmid nur wenige Geflügelhalter mit einer sehr geringen Anzahl an Nutztieren.
Der nordöstlich von München gelegene Ismaninger Speichersee ist ein wichtiges Durchzugs- und Rastgebiet für zahlreiche Wasservögel. Auch zum Fischen werden die Gewässer genutzt.
Rund um den See wurde ein Sperrgebiet im Radius von einem und ein Beobachtungsraum von drei Kilometern errichtet. (Sueddeutsche.de, 03.08.2007)
Also, nachdem alles gelaufen ist und die zwei Enten tot waren, fangen sie an, das Gebiet abzusperren. In dem Text steht selbst, der See ist ein wichtiges Durchzugs- und Rastgebiet für zahlreiche Wasservögel. Die Vögel, die Kontakt zu den Enten hatten, denn es gibt ja so etwas wie Inkubationszeiten, sind schon lange ganz woanders.
Enten treten schon von alleine immer in ganzen Rudeln auf. Hast du schon mal Enten gefüttert? Wenn du eine fütterst, tauchen sofort ihre Freunde auf. Und es war noch ein Durchzugsgebiet. Trotzdem sind von den Hunderten Tieren dort nur 2 Enten gestorben.
4. Vogelgrippe - Erklärungen
Das Leben hat sich über den Mutationsprozess entwickelt. Von einer einzelnen Zelle, über Millionen Jahre, hin zu den komplexesten Lebewesen. Der Mutationsprozess ist die Voraussetzung von allem. Ohne Mutationsprozess gäbe es keine Evolution und ohne Evolution gibt es kein Leben.
Derselbe Mutationsmechanismus, der für die Entwicklung des Lebens zuständig ist, soll jetzt nicht nur auf einmal seine grundsätzlich positive Wirkung einstellen, sondern sie sogar noch ins Gegenteil verkehren und alles kaputtmachen, was er zuvor aufgebaut hat? Wie plausibel ist das?
Etwas mutiert beliebig und beliebige Lebewesen sterben. Das kann gar nicht sein. Wenn es völlig normale Vorgänge wären, dass Killerviren entstehen und völlig normale Lebewesen ihnen zum Opfer fallen, dann wäre dem Irrsinn hier Tür und Tor geöffnet.
Wenn wir also davon hören, dass so ein Killer-Virus trotzdem entstanden ist und viele Lebewesen getötet hat, dann müssen es sehr besondere Gründe und Umstände gewesen sein, die dazu geführt haben. Und diese müssen wir uns ansehen und versuchen zu ändern.
4.1 Entstehung der Viren
Es ist egal, ob wir uns die Elendsquartiere des Mittelalters ansehen oder die heutige Massentierhaltung. Wir alle kennen die Bilder. Die dort lebenden Menschen oder Tiere waren und sind alles andere als gesund.
Ich zitiere noch einmal Langbein aus dem Cholera-Kapitel:
"Zur Jahrhundertwende lebten große Teile der Bevölkerung unter heute unvorstellbar elenden Bedingungen. Dunkle, feuchte Wohnungen, Kinder und Erwachsene auf engstem Raum, nahezu ohne sanitäre Einrichtungen, sauberes Trinkwasser war eher die Ausnahme denn die Regel. Dazu kamen Mangelernährung, unmenschliche Arbeitsbedingungen und eine in den Großstädten dramatische Umweltverschmutzung."
In diesen Milieus aus kranken Organismen finden ständige Mutationsprozesse statt, deren Ziel es ist, sagen wir an dieser Stelle, etwas zu finden, was die organisch kranken Lebewesen aus dem Verkehr zieht. Und irgendwann findet die Natur etwas, was das leisten soll: Einen Virus.
Und natürlich müssen wir da eingreifen und versuchen, ältere Menschen oder auch junge und geschwächte, vor diesem Automatismus zu schützen.
Das muss aber mit Augenmaß geschehen. Es werden aus Angst bei einer Seuche jetzt schon Hunderttausende von gesunden Tieren getötet, die durch ihre Haltungsbedingungen niemals gefährdet waren, um die kranken Tiere in der nächsten Tiermastfabrik zu schützen. Das ist den Verantwortlichen natürlich nicht klar, die denken, es sind alle gefährdet. Aber das ist es ja eben.
4.2 Massensterben und Killerviren
Ein Massensterben kann nur dann einsetzen, wenn ein Virus auf breiter Front auf eine geschwächte Population trifft. Das könnten Elendsquartiere sein oder aber eine Mastfabrik in der Massentierhaltung. Diese Tiere haben dem Virus nichts entgegen zu setzen. Wenn wir von Meldungen hören, dass viele Millionen Tiere wegen Vogelgrippe getötet werden mussten, dann sind das immer Tiermastfabriken.
Auch ist es ja nicht so, dass alle Tiere dort an dem Vogelgrippevirus sterben würden, viele würden sich wieder erholen, genauso wie viele gar nicht betroffen wären. Damit ist es auch der größte Unsinn überhaupt, wenn in einer Tiermastfabrik die Vogelgrippe ausbricht, dass die Tiere auf den umliegenden Bauernhöfen, die vernünftig gehalten werden, von uns mit umgebracht werden. Von der Vogelgrippe könnten zwar möglicherweise einige krank werden, erholen sich dann aber schnell wieder. Es ist allenfalls eine Grippe für ein normal gehaltenes Tier, wie der Name schon sagt.
Wir sehen es ja. Dort draußen fliegen Wildvögel mit Vogelgrippevirus rum und besuchen täglich die Tiere in unseren Bauernhöfen und es passiert nichts. Erst wenn sie bei einer Mastfabrik vorbeigucken, knallt es. Dann passiert dort das, was uns alle Religionen prophezeien und wovor die Virologen unentwegt warnen:
Ein Bote Gottes ist gekommen und sät Tod und Verderben unter pervertiertes Leben.
Der Killervirus ist da. Armageddon.
Abermillionen Hühner und sonstiges Federvieh finden den Tod und die Überlebenden bringt der Mensch um.
4.3 Hühnergrippevirus, BSE, Maul- und Klauenseuche
(1) Vogelgrippe
Die Entstehung des Hühnergrippevirus ist genauso abgelaufen wie die der multiresistenten TBC-Viren. Diesmal in Asien, wo die Haltungsbedingungen der Tiere noch übler sind als hier.
In Asien wurde die Geflügelwirtschaft seit etwa 1995 grundlegend umgestaltet. Thailand, Indonesien und Vietnam haben ihre Geflügelproduktion etwa von 1975 bis 2005 verachtfacht, die chinesische Produktion hat sich in den 1990er Jahren verdreifacht. (Wikipedia, Vogelgrippe)
Solche Verhältnisse sind die Brutstätten für Viren. In diesem Milieu von Millionen kranker, vor sich hin vegetierender Tiere, entwickelt die Natur etwas, was dagegen angehen und den kranken Zustand der Organismen beenden kann. Den Virus.
Es ist wirklich absolut überraschend, dass unter diesen Bedingungen tödliche Krankheiten entstehen können oder, dass Tiere für Viren, die in diese kranken Populationen von außen hereingetragen werden, anfällig sind und sterben können. Das ist einfach nicht zu erklären.
Wo kommt bloß immer dieser Killervirus her, der absolut jedes Leben auslöschen will und vom Himmel gefallen ist?
(2) BSE
Bei BSE war es exakt dasselbe. Da werden an pflanzenfressende Tiere die Knochen ihrer Artgenossen verfüttert. Und, weil sie die natürlich nicht fressen würden, werden sie zermahlen und unter ihr sonstiges Futter gerieben. Irgendein Chemiker hat irgendwelche Messtabellen und Nährwerte verglichen und dann gesagt, das ist exakt dasselbe, das geht. Zumindest soweit wie der Stand der Wissenschaft es erlaubt, das zu sehen. Das Letzte hat er übrigens nicht gesagt.
Das ist doch klar, dass die Natur so ein krankes Zeug nicht zulassen wird. Da wird dann ein bisschen hin und her mutiert und dann wird irgendwann BSE ins Rennen geschickt und dem Treiben ein Ende gesetzt.
Nun werden keine Knochen mehr an pflanzenfressende Tiere verfüttert.
Natürlich weiß dann auch hier danach keiner, wie so etwas passieren konnte, wo so ein Killerprion auf einmal und überhaupt herkommen konnte und man keult vorsichtshalber erstmal noch einige Millionen völlig gesunder Rinder.
Bauer zu sein auf diesem Planeten muss echt kein Spaß sein.
(3) Maul- und Klauenseuche
Beim Ausbruch der letzten Maul- und Klauenseuche in England am 04.08.2007 schrieb stern.de:
Die ansteckende Maul- und Klauenseuche (MKS) ist die am schwierigsten zu bekämpfende Seuche, die Tierärzte kennen. Sie zeigt sich unter anderem durch Bläschen an den Klauen, Fieber, Fressunlust, Versiegen der Milch und Lahmheit. Befallen werden Klauentiere wie Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen und einige Wildarten.
Nun ja, die Tiere werden krank, ziehen sich zurück, fressen nicht und bekommen Fieber.
Das kann im Leben schon mal passieren, dass man krank wird. Ich sehe das Problem nicht.
Das Virus wird über Futter, Milch, Kot, Blut oder andere Haustiere übertragen. Auch Menschen können den Erreger an Kleidern oder Stiefeln mit sich tragen und so verbreiten. Das Virus tötet etwa drei bis vier Prozent der infizierten erwachsenen Tiere. Bei Jungtieren liegt die Sterblichkeitsrate mit bis zu 100 Prozent deutlich höher.
Also, 3 bis 4% der erwachsenen Tiere verenden an der Seuche.
Hmm, beim letzten Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in England, 2001, wurden allein dort mehr als 6 Millionen Tiere getötet.
Wenn 3-4% der Tiere an etwas sterben, dann sollte man vielleicht einmal über die Haltungsbedingungen nachdenken?
Was soll ein Tier, das in seinem Leben nicht mehr als drei Quadratmeter Spaltenbetonböden gesehen hat, einer Infektionskrankheit entgegenzusetzen haben?
Kein Rind, das beim Bauern regelmäßig auf der Weide steht, stirbt an der Maul- und Klauenseuche. Und sollten einige erkranken, dann erholen sie sich wieder davon.
Aber wir bringen natürlich alle lieber vorher um.
4.4 Menschliche Todesopfer durch den Vogelgrippevirus
Es kann immer mal sein, dass die Virendosis sehr hoch war oder ein Mensch Belastungen ausgesetzt war und er dadurch am Vogelgrippevirus erkrankt, wenn er dem Virus begegnet.
Und wenn es ganz schlecht läuft, kann er da sogar dran sterben.
Wir sind jetzt bei etwa 200 Todesfällen beim Menschen durch Vogelgrippe, innerhalb von 5 oder 6 Jahren. Die allermeisten davon in Asien und Indonesien.
Und da müssen wir auch mal die Relationen sehen. In China sterben pro Jahr 90.000 Menschen im Straßenverkehr.
Ich habe einen Artikel über chinesische Wanderarbeiter und deren Arbeitsbedingungen gelesen. Es sind 200 Millionen, die teilweise 14 Stunden am Tag arbeiten:
Wanderarbeiter arbeiten laut China Labor Bulletin in der Regel 12 bis 14 Stunden pro Tag, sieben Tage die Woche, haben einen Tag pro Monat frei. Die 21-jährige Zhang, die innerhalb von vier Jahren in neun Fabriken gearbeitet hat, beschreibt ihren Arbeitsalltag so:
"Arbeitsbeginn war jeden Morgen um 7.30 Uhr, Schluss war frühestens um 23 Uhr. (...) Um 12 Uhr mittags gaben sie uns eine halbe Stunde Zeit zum Essen und zum Ausruhen, aber nach dem Essen sind alle wieder direkt an die Arbeit gegangen. Der beste Tag war Sonntag, da mussten wir nur bis 21.30 Uhr arbeiten. Wir waren an der Grenze unserer Kräfte. Einige wurden ohnmächtig vor Erschöpfung." (Spiegel, 11.03.2007)
Jetzt, Mitte Dezember, erschien bei der Süddeutschen ein Bericht über einen Chinesen, der ein Buch über die dortigen Verhältnisse im Lebensmittelbereich geschrieben hat. Das klang wirklich nicht gut und das Buch wurde auch gleich verboten.
Dass es dort Menschen gibt, bei der Vielzahl der Menschen und den dort herrschenden Bedingungen, die anfällig für Krankheiten sind, mein Gott, überrascht das wen?
Natürlich werden in China nicht alle Vogelgrippefälle gemeldet, die haben andere Sorgen als jedes Mal die WHO zu informieren, wenn jemand Grippe hat. Davon geht auch die Fachwelt aus. In den hinteren Provinzen kannst du vermutlich wochenlang mit dem Vogelgrippevirus herumlaufen, ohne dass es jemanden groß auffällt.
Aber eins ist auch klar, wenn es dort eine größere Epidemie gegeben hätte, dann wären die Chinesen die Ersten gewesen, die die Weltgemeinschaft um Hilfe gerufen hätten. Die haben auch ihre Biologiebücher gelesen und Schiss, dass ein kleiner mutierter Vogel ganz China auslöscht.
Das einzige, was China noch mehr hat als Menschen, sind Vögel, 14 Milliarden. Und die fliegen den ganzen Tag durch die Gegend und treffen andere Vögel. Und auch dort ist noch nichts Wesentliches passiert.
Ich meine, wie harmlos muss ein Virus noch sein, um nicht als Killervirus eingestuft zu werden?
4.5 Vogelgrippeimpfung
Wenn wir einen Impfstoff gegen die Vogelgrippe hätten und am Frankfurter Hauptbahnhof bräche ein Junkie, der lange keine richtige Mahlzeit mehr gegessen hat, an einer Überdosis Drogen zusammen und im Krankenhaus wird dann bei einem Routine-Test das H5N1 Virus nachgewiesen, dann würde am nächsten Tag ganz Deutschland gegen die Vogelgrippe geimpft werden.
Und da bei so etwas natürlich der Impfstoff knapp wird, werden beim anschließenden Run auf den Impfstoff und der Angst vor dem sicheren Tod durch Vogelgrippe 1000 Leute vor den Apotheken totgetrampelt.
Selbst jetzt, wo wir kein Mittel gegen Vogelgrippe haben, sondern nur die Vermutung eines Mittels, Tamiflu, das vielleicht wirken könnte, sind in Japan schon Leute an den Nebenwirkungen dieses Mittels gestorben. Sie nahmen es ein, obwohl Japan seit 2004 frei von H5N1, selbst bei Tieren, ist und noch kein einziger Mensch in Japan je an Vogelgrippe erkrankt, geschweige denn gestorben, ist.
Und das Ganze ist kein Witz:
Tokio - Ungeachtet des Verdachts negativer Nebenwirkungen will Japan das Grippemittel Tamiflu weiter auf Vorrat bereithalten, um für eine Vogelgrippe-Pandemie gerüstet zu sein. Es gebe kein anderes Mittel, so ein Vertreter des Gesundheitsministeriums gestern. Am Vortag hatte die Regierung den Schweizer Tamiflu-Hersteller Roche angewiesen, vor der Verschreibung für Jugendliche zu warnen. Tamiflu steht in Verdacht, besonders bei jungen Menschen Depressionen auszulösen. In Japan nahmen sich mehrere Menschen nach der Einnahme das Leben. (Welt kompakt, S. 11, 23.03.2007)
Sie sind gestorben an ihrer Angst und an dem, was Schutz davor versprach.
Die Ironie ist, dass das, wovor sie Angst hatten, sie niemals bedroht hat, sondern der versprochene Schutz vor der nicht existenten Bedrohung die wahre Gefahr war. Der hat sie umgebracht.
Immer mehr Schutz, vorsichtshalber, weil sicher ist sicher und schaden tut es ja nicht, so wird hier vorgegangen. Aber das ist ein Trugschluss. Es wird genau das erst erschaffen, vor dem man sich fürchtet und, was zuvor überhaupt nicht existent war.
Und diese letzte Aussage von mir, die eine Tatsache ist, wie wir gerade gesehen haben, wird sich durch das ganze Buch ziehen, bis zum letzten Kapitel.