Keuchhusten
Der erste Irrtum über Keuchhusten ist der, dass Keuchhusten ohne Impfung heute noch tödlich wäre.
Wie sich der folgenden Sterbefallkurve aus England, deren Jahreszahlen weiter zurückreichen als die Jahreszahlen der deutschen Kurve, leicht entnehmen lässt, war die Chance dazu bereits 1965 äußerst gering. Und auch dort kann das bereits nur noch unter sehr besonderen Lebensumständen vorgekommen sein.
(Sterberegister England, McKeown,
S:149)
Wenn man sich diese Kurve ansieht, kann man nur noch den Kopf schütteln. Wie kann bei solchen Verhältnissen eine Impfung gegen Keuchhusten als notwendig oder gar als bedeutsam erachtet und propagiert werden?
2. Keuchhustenimpfung - Der ganz große Wurf
Der nächste Irrtum über Keuchhusten ist der, dass eine Keuchhusteninfektion für Kinder heute ein größeres Problem darstellen würde.
Der Verlauf von Keuchhusten ist im normalen Keuchhustenalter, aufgrund unserer guten Lebensbedingungen, inzwischen sehr milde oder sogar stumm geworden, d. h. ganz ohne irgendwelche Symptome. So schreibt Wikipedia über einen, dem Keuchhustenerreger (Bordetella pertussis), ähnlichen Erreger:
Eine Infektion mit "Bordetella parapertussis" führt nur in weniger als einem Fünftel der Fälle zum klinischen Bild des Keuchhustens. 40% der Infektionen verlaufen stumm und weitere 40% als einfache akute Bronchitis.
(wikipedia.de, Keuchhusten)
2.1 Keuchhusten im Kindesalter
Nach Kontakt mit dem Keuchhustenerreger, ähnlich wie bei Masern, bekommt den Keuchhusten so gut wie jeder, der ihn entweder noch nicht hatte oder nicht geimpft ist.
Die Zahl der Fälle, aus denen in der Kindheit ein typischer Keuchhusten wird und nicht nur eine leichte Bronchitis oder ein stummer Verlauf, ist in einem entwickelten Land allerdings sehr gering: Die Meldezahlen für Keuchhusten gingen laut dem Statistischen Bundesamt, aufgeführt im Buch von G. Buchwald, von 1948 bis 1961 von 65.000 auf 35.000 zurück.
Bei damals einer Million Kindern pro Jahrgang zeigten bereits 1961 nur noch 3,5% der Fälle Verläufe mit typischem Keuchhusten. Heute können wir damit die Wahrscheinlichkeit für einen typischen Keuchhustenverlauf im Kindesalter mit unter einem Prozent ansetzen.
Aufgrund der immer selteneren und milder werdenden Verläufe bei Keuchhusten, wurde die Meldepflicht bei Keuchhusten-Erkrankungen dann auch 1961 aufgehoben.
In England ist diese Entwicklung aus den bekannten Gründen, kein verlorener Krieg im Hintergrund, noch schneller abgelaufen. Wir sehen es auch an der Keuchhustentodesfallgrafik aus dem letzten Kapitel. Die Anzahl der Todesfälle und die Anzahl der schweren Keuchhustenverläufe hängen selbstredend zusammen.
Wir hätten heute also, um das noch mal zusammenzufassen, bei durchgehend ungeimpften Kindern, nur noch sehr wenige Keuchhustenfälle mit typischem Verlauf, die zudem nach ein paar Wochen ausgeheilt wären. Die meisten Keuchhustenfälle im Kindesalter würden entweder als einfache Bronchitis verlaufen oder gar ganz stumm.
2.2 Keuchhusten im Erwachsenenalter
Gegenüber den unproblematischen Verläufen des Keuchhustens im Kindesalter steht jetzt der Keuchhusten im Erwachsenenalter.
Wird eine Kinderkrankheit erst im Erwachsenenalter durchgemacht, steigt die Chance auf schwerere Verläufe und Komplikationen. Das ist bei Masern so, bei Mumps und selbst bei den harmlosen Windpocken.
Beim Keuchhusten, der ins Erwachsenenalter verschoben wurde, weil jetzt viele Menschen da sind, die ihn durch die Impfung nicht mehr als Kind bekommen haben und deren Impfschutz irgendwann abgelaufen ist, ist das natürlich auch nicht anders:
Die Brisanz der Entwicklung wird unter anderem durch die KRESH-Studie (Krefeld Rostocker Erwachsenen Studie zur Hustengenese) belegt, eine Untersuchung bei Menschen mit Husten, der länger als sieben Tage andauert. In der Studie wurden in den Städten Krefeld und Rostock bei 971 Patienten in Praxen von Allgemeinmedizinern, Internisten oder Praktikern, die einen entsprechend lange vorbestehenden Husten angaben, serologische Untersuchungen und ein Abstrich durchgeführt. Bei rund jedem zehnten Patienten wurde tatsächlich eine Infektion mit Bordetella pertussis diagnostiziert.
Im Durchschnitt bestand der Husten bei den Patienten bereits länger als 20 Tage. Die Beschwerden hielten im Mittel 70 Tage an, wobei rund die Hälfte der Betroffenen für durchschnittlich 10 Tage arbeitsunfähig war. Etwa ein Drittel der Patienten hatte wegen des Hustens bereits einen Facharzt (HNO oder Pneumologen) konsultiert und die meisten wurden medikamentös behandelt, entweder mit einem Antitussivum, einem Antibiotikum oder mit Steroiden.[...]
Etwa jeder vierte Betroffene entwickelt neben der geschilderten Symptomatik gravierende Komplikationen im Gefolge der Pertussis, zum Beispiel eine Sinusitis, eine Otitis oder eine Pneumonie durch eine bakterielle Sekundärinfektion. [...].
Das Krankheitsbild des Keuchhustens ist deshalb auch bei Erwachsenen keinesfalls harmlos: Schätzungen zufolge müssen zwei bis vier Prozent der Betroffenen in die Klinik eingewiesen werden.
("Keuchhusten bei Erwachsenen". Zahnärztliche Mitteilungen, zm 98, Nr. 21, 01.11.2008; www.zm-online.de)
Der "typische" Keuchhusten, also nicht die schwache Form, dauert 6 bis 12 Wochen. Bei mehr als der Hälfte der Fälle jedoch weniger als 6 Wochen.
Im Erwachsenenalter ist das damit schon eine ganz andere Hausnummer als im Kindesalter: Die Beschwerden halten im Durchschnitt 70 Tage an, jeder vierte Betroffene entwickelt daneben gravierende Komplikationen und 2 bis 4% müssen in eine Klinik eingewiesen werden.
Die ermittelten Daten wurden hochgerechnet und es wird geschätzt, dass die Häufigkeit von Keuchhusten mit diesen schweren Symptomen bei Erwachsenen bei rund 110.000 Krankheitsfällen im Jahr liegt. Ungeimpft kam der demgegenüber mildere Keuchhusten nur bei 35.000 Kindern vor, und das fallend. Und das bereits 1961.
In Deutschland haben wir noch die Situation, dass es viele Menschen gibt, die Keuchhusten noch in der Kindheit, stumm oder als Bronchitis hatten. Das liegt daran, dass die Impfempfehlung für Keuchhusten, bei einem anderen, komplikationsreicheren Impfstoff, zwischenzeitlich ausgesetzt wurde.
Wenn wir von einem Jahrgang diese abrechnen und auch noch diejenigen, die einen ausreichenden Impfschutz haben und darum Keuchhusten nicht bekommen können, dann sind die 110.000 beschriebenen schweren Fälle im Jahr mit diesem Husten ein echter Hammer.
Es bleibt da nicht mehr viel Luft übrig für Fälle mit stummen Verläufen oder für Verläufe mit leichter Bronchitis, die eigentlich die große Mehrheit stellen müssten, so wie im Kindesalter.
Wenn diejenigen mit Impfschutz und die, die Keuchhusten früher hatten, nicht noch aus einem Jahrgang herausfallen würden, dann wären das noch erheblich mehr.
Im Erwachsenenalter tendiert die Erkrankung damit fast in Richtung: Keuchhustenfall = schwerer Keuchhustenfall.
Interessanterweise steht in Artikeln über Keuchhusten trotzdem oftmals, dass der Keuchhusten im Erwachsenenalter gegenüber dem Kindesalter milder verläuft. Mit der Faktenlage hat das wenig zu tun. Da wird der heutige Keuchhusten bei Erwachsenen mit der eigenen dumpfen Vorstellung des typischen Keuchhustens bei Kindern vor 100 Jahren verglichen.
Aus diesem Unterkapitel sollten zwei Dinge mitgenommen werden:
(1) Keuchhusten verläuft, wie alle Kinderkrankheiten, im Erwachsenenalter wesentlich schwerer. Die Chance, einen typischen Keuchhustenverlauf zu bekommen und nicht eine leichte Bronchitis oder einen stummen Verlauf, wie in der Kindheit, ist sehr hoch.
(2) Dieser schwerere Keuchhusten ist im Erwachsenenalter wesentlich häufiger.
2.3 Keine lebenslange Immunität nach Keuchhusten-Infektion?
Historisch gesehen ist Keuchhusten eine klassische Kinderkrankheit.
Damals sind die heutigen langen Hustenanfälle bei Erwachsenen weder aufgetreten noch beschrieben worden.
Im Erwachsenenalter fehlt zwar oftmals das typische Keuchen, das dem Husten erst seinen Namen gegeben hat, allerdings wäre das dadurch, dass der Keuchhusten damals bei Erwachsenen weit häufiger hätte auftreten müssen, wieder ausgeglichen worden. Die Lebensbedingungen waren weit schlechter und keiner hatte Impfschutz, wie ihn heute noch viele haben. Das typische Keuchen wäre damit also doch wieder oft beobachtet worden.
Ebenfalls aus beiden aufgeführten Gründen hätten die heute im Erwachsenenalter beschriebenen Symptome und Komplikationen damals auch noch öfter auftreten und ausgeprägter sein müssen, wodurch diese Erkrankung ebenfalls auffällig gewesen wäre.
Andere Symptome des Keuchhustens, wie der lange zeitliche Verlauf des Hustens und nächtliche Hustenattacken, sind ohnehin im Kindes- und Erwachsenenalter identisch.
Sehr viel schlechtere Lebensbedingungen und keinerlei Impfschutz und trotzdem gab es alle die heute beobachteten Symptome nicht. Damit ist klar, dass der in der Kindheit einmal durchlebte Keuchhusten für eine lebenslange Immunität gesorgt hat.
Genauso wird der Keuchhusten in der Medizin natürlich auch als Kinderkrankheit geführt. Und die Definition der Kinderkrankheit ist gerade, dass die Krankheit hochansteckend ist und eine lebenslange Immunität verleiht. Man war früher danach entweder immun oder tot, darum hat man die Krankheit als Erwachsener nicht bekommen. Windpocken, Masern, Mumps und Röteln sind weitere typische Kinderkrankheiten, also alles auch im Kindesalter harmlose Krankheiten, um den Satz davor abzuschwächen.
Und umgekehrt steht über Scharlach bei Wikipedia:
Vielfach wird jedoch auch der Scharlach zu den Kinderkrankheiten gezählt. Da er aber keine lebenslange Immunität hinterlässt, erfüllt er streng genommen die Definition einer solchen nicht, sondern ist eine typische Krankheit im Kindesalter.
(Wikipedia, Kinderkrankheit)
Es ist genauso, wie es überall heißt, wenn man sich einschlägig mit dem Keuchhusten beschäftigt: Der Keuchhusten hat sich ins Erwachsenenalter verschoben. Und das geht logischerweise nur, wenn er da vorher nicht war.
Der Verband der Lungenärzte lässt über Keuchhusten verlauten:
Keuchhusten (Pertussis) tritt in Deutschland immer häufiger auch bei Erwachsenen auf. Davor warnen die Lungenärzte vom Bundesverband der Pneumologen (BdP). "Das ist keine Kinderkrankheit mehr wie vor 20 Jahren - jetzt erkranken zunehmend Erwachsene", bestätigt Dr. Michael Barczok, Vorstandsmitglied der BdP und niedergelassener Lungenfacharzt im Lungenzentrum Ulm. "Acht von zehn Keuchhusten-Patienten sind über 18 Jahre alt, mehr als jeder Dritte ist sogar älter als 45 Jahre."
(www.lungenaerzte-im-netz.de, Keuchhusten)
In nahezu jedem einschlägigen Fachartikel über Keuchhusten heißt es, dass sich der Keuchhusten ins Erwachsenenalter verschoben hat, dort schwer verläuft und dass darum geimpft werden muss. Und kurz dahinter steht, dass eine durchgemachte Keuchhusteninfektion nicht vor der nächsten schützt und darum geimpft werden muss. Dass letzteres im erheblichen Widerspruch dazu steht, dass der Keuchhusten früher ohne Impfungen nicht im Erwachsenenalter vorkam, egal. Beides sind Argumente für Impfungen, dann setzt das Hirn aus.
2.4 Die Impfung
(1) Im ersten Lebensjahr sollen, gemäß den Empfehlungen der Ständigen Impfkomission, dem Säugling 3 Impfungen verabreicht werden, im 2., 3. und im 4. Monat. Die erste Auffrischungsimpfung soll dann im Alter zwischen 11 bis 14 Monaten erfolgen und eine weitere noch mal mit 5 bis 6 Jahren. Und dann noch mal zwischen 9 und 17 Jahren.
Das sind die notwendigen Keuchhustenimpfungen im Jugendalter.
Im Erwachsenenalter kommt dann später noch mal eine Impfung dazu. Und diese eine Impfung soll dann im ganzen Erwachsenenalter vor Keuchhusten schützen. Etwas, was der Keuchhusten selber nicht kann. Gelobt seien die Wunder der Medizin.
Dieser ganze Aufwand wird betrieben, um etwas zu verhindern, das, wie oben gesehen, nur noch in weniger als 1% der Fälle eintreten würde, nämlich einen typischen Keuchhustenverlauf. Und der wäre auch nicht wirklich ein Problem.
(2) Der nächste Punkt ist und der ist richtig geil:
Die Wirksamkeit der azellulären Pertussis-Impfstoffe beträgt für typischen Keuchhusten etwa 80-90%, für leichtere Keuchhustenverläufe ist sie deutlich niedriger (50-70%).
(DGPI Handbuch - Infektionen bei Kindern und Jugendlichen, 5. Auflage, S. 415)
Jede Infektionskrankheit hat einen kleinen Prozentsatz Zweiterkrankungen. Den hatten selbst die Pocken und haben die Masern. Bei erneutem Kontakt mit einem Keuchhusten-Erreger, nach durchgemachter Krankheit, passiert normalerweise nichts. Es kann aber auch eine stumme Infektion ablaufen oder im Falle des Keuchhustens gar zu einer leichten Bronchitis kommen, wodurch jeweils der Immunschutz erneuert wird. Gegenüber der oberflächlichen Wirkung und der Fehlerquote, die eine Impfung hat, ist das ein echter Witz.
Wenn wir annehmen, dass sich die große Mehrheit der Erwachsenen ausreichend gegen Keuchhusten impfen lässt, denn es wird ja immer angestrebt, Impflücken zu schließen, wären das fast eine Million geimpfter Erwachsener pro Jahrgang. Da Keuchhusten im Erwachsenenalter aber schwerer und häufiger ist, wie wir oben gesehen haben, hätten wir allein schon durch die Impfversager (10-20%) eine weit höhere Zahl an schweren Keuchhustenfällen, als wir sie selbst 1948 hatten.
Gesundheitlich gesehen sind die Impfungen Schrott, aber marktwirtschaftlich gesehen genial.
2.5 Ausrottung unmöglich
Und bei alledem gibt es kein Ende, denn, wie gerade zitiert, haben wir 30-50% Impfversager bei leichteren Keuchhustenfällen, die natürlich auch den Erreger weiter verbreiten. Zusammen mit der nur 80- bis 90-prozentigen Verhinderung des Keuchhustens bei schweren Fällen und den Ungeimpften.
Selbst das Robert-Koch-Institut schließt eine Ausrottung von Keuchhusten im Moment aus. Und das, wo sie als selbsternannte Heilsbringer immer schnell damit bei der Hand sind, etwas auszurotten.
Dazu kommt noch, dass ein zunehmender Anteil von Keuchhusten- erkrankungen durch impfresistente Erreger ausgelöst wird. Zum einen wird durch die Impfungen deren Konkurrenz ausgeschaltet und sie können sich damit besser ausbreiten und zum anderen verändern sich die Keuchhusten-Erreger, passen sich an und werden impfresistent. Beides ist kaum durch immer neue Impfempfehlungen in den Griff zu bekommen.
(Siehe auch Hirte, S. 177; van Loo, "Temporal trends in the population structure of Bordetella pertussis during 1949-1996…", J Infect Dis. 1999, 179 (4))
2.6 Keuchhusten bei Säuglingen
Wenn das "normale" Infektions-Alter verlassen wird, ob weit nach oben oder weit nach unten, dann verläuft die Krankheit schwerer. Bei Erwachsenen hatten wir es bereits gesehen, bei Säuglingen liegt es aufgrund ihrer noch schwachen Physis auf der Hand.
Wie wir es auch schon bei den Masern gesehen haben, verschieben sich durch die Impfungen die Kinderkrankheiten aber nicht nur in das Erwachsenenalter, sondern auch in das Säuglingsalter.
Und beim Keuchhusten ist auch das natürlich nicht anders. Im aktuellen Handbuch der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie steht dazu:
In Populationen mit einer hohen Pertussis-Durchimpfungsrate im Kindesalter wird eine Verschiebung von Pertussis-Erkrankungen in das frühe Säuglingsalter und Adoleszenten- und Erwachsenenalter beobachtet.
(DGPI Handbuch - Infektionen bei Kindern und Jugendlichen, 5. Auflage, S. 411)
Der Grund für die Verschiebung ins Erwachsenenalter wurde oben erklärt und liegt auch auf der Hand: Die Impfungen haben eine Erkrankung im Kindesalter verhindert.
Die Verschiebung des Keuchhustens ins Säuglingsalter und die damit wachsende Gefährdung der Säuglinge begründet die Medizin folgendermaßen:
Durch die Verschiebung zu älteren Personengruppen ist konsekutiv eine Zunahme an Erkrankungen und Komplikationen bei ungeimpften Säuglingen zu erwarten. Nach neueren Studien sind Adoleszente und Erwachsene in 20-60% der Fälle die Ansteckungsquelle für Säuglinge.
(DGPI Handbuch - Infektionen bei Kindern und Jugendlichen, 5. Auflage, S. 412)
Ein Freund empfahl mir, da ich mich seiner Ansicht nach zu oft auf Wikipedia beziehe, mehr anerkannte Literatur zu zitieren. Ich habe den Rat für dieses Keuchhustenkapitel beherzigt und mir das Nachschlagewerk der deutschsprachigen Infektiologie gekauft. Es ist das gerade zitierte Handbuch "Infektionen bei Kindern und Jugendlichen".
Und dieser Ratschlag war gar nicht so schlecht, denn nun weiß ich es sicher und das erklärt auch alle anderen Kapitel: Das, was die Medizin unter Wissenschaft versteht, ist ein Witz.
Diese "Wissenschaft" besteht darin, Beobachtungen aneinanderzureihen und sie mit zusammenhanglosen Theorien zu begründen, die sich oft schon auf derselben Seite, wenn nicht einen Absatz später, widersprechen.
Aus obigem Zitat geht direkt hervor, dass in 40-80% der Fälle Kinder die Ansteckungsquelle für Säuglinge sind. Wieso gibt es also jetzt auf einmal ein Problem, obwohl es weit weniger Kinder gibt? Das Gegenteil müsste der Fall sein.
Kinder gab es früher nicht nur sehr viel mehr als heute, sondern sie hatten auch noch sehr viel mehr zusammen und draußen gespielt als heute. Es gab noch keine Playstation und Dutzende Fernsehkanäle und sie waren noch nicht darauf angewiesen, dass ihre Eltern mit anderen Eltern eine Verabredung mit deren Einzelkind über das Telefon für sie klar gemacht haben. Die meisten Kinder hatten damals noch Geschwister und Freunde, die überall unterwegs waren und alle zirkulierenden Erreger ständig mit nach Hause brachten.
Kinder sind die Infektionsschleudern, nicht die Erwachsenen, da das Immunsystem der Kinder am Reifen ist und weit mehr Infektionen durchlebt als das ausgereifte Immunsystem der Erwachsenen.
Die Erklärung für eine Zunahme der Erkrankungen bei Säuglingen, schafft es damit, sich direkt selbst zu widerlegen. Das ist selbst für medizinische Verhältnisse eine Leistung.
Wie sie auf so eine Erklärung kommen, ist aber völlig klar.
Alles in der Impfmedizin, vom absurden Hinweis darauf, dass eine natürliche Keuchhusteninfektion nicht vor der nächsten schützt, bis zum Zitat von eben, zielt darauf ab, die Botschaft zu senden, dass mehr geimpft werden muss.
Das ist, wie wenn man mit einem Zeugen Jehovas redet. Alles zielt darauf ab, egal wo seine Geschichte, über was auch immer, beginnt, dass er früher oder später betonen wird, wie wichtig es ist, an Jehova zu glauben.
Egal wo das Glaubensbekenntnis anfängt, am Ende steht immer, dass unbedingt geglaubt werden muss. Und wenn etwas Böses passiert, dann nur darum, weil nicht genug geglaubt wurde. Oder in diesem Fall nicht genug geimpft wurde, oder was auch immer den jeweiligen Glauben bestimmt. Positive oder negative Phänomene werden zuerst so interpretiert, dass sie das bestehende Glaubenssystem bestärken.
Und wenn das Glaubenssystem nur stark genug ist, findet sich so eine Interpretation immer und man kann es nicht mehr verlassen.
Noch entscheidender ist, dass eine andere Interpretation ja auch gar nicht möglich ist. Die Keuchhustenimpfung ist eine Impfung mit wenig Impfnebenwirkungen und einem Wirkungsgrad von 70-80%. Anzunehmen, dass diese ein Problem sein könnte, würde sofort andere Impfungen nach sich ziehen und das komplette eigene Weltbild in Frage stellen.
Im Falle eines Impf-Mediziners würde das sein ganzes Leben widerlegen. Er hat nicht nur jeden Tag Kindern durch die Impfung direkt Schmerzen zugefügt und sie hatten danach Impfreaktionen zu ertragen, sondern das Ganze war auch noch für ihre Zukunft schädlich. Obwohl er das Negative ja nur unter der Prämisse tun konnte, dass es dem Guten dient.
Er würde da mit einem Schlag die Seiten wechseln: von gut zu böse.
Wie ich es schon sagte: Die Annahme, dass die Impfung selber ein Problem sein könnte, ist gar nicht möglich.
Der Grund aber, warum heute mehr Säuglinge erkranken als früher, obwohl der Erreger damals durch Geschwister und Freunde viel präsenter war, liegt völlig auf der Hand:
Die Mutter, die den Keuchhusten nicht durchgemacht hat, weil sie geimpft ist oder war, kann ihrem Säugling keine Antikörper mehr für die ersten Lebensmonate mitgeben und ihn damit nicht mehr schützen. Genau die Monate, in denen das Kind noch nicht selbst mit dem Keuchhusten fertig werden kann.
Auch eine Impfung kann den Säugling in dieser Zeit, da die Impfungen erst im dritten Monat beginnen und die Grundimmunisierung erst im sechsten Monat, nach der dritten Impfung, abgeschlossen ist, nicht schützen.
Der Impfschutz fehlt also genau dann, wenn er überhaupt nur nötig ist und genau in der Lücke, die er selber erst verursacht hat:
Junge Säuglinge sind besonders gefährdet, weil auch bei ihnen die Krankheit kaum zu diagnostizieren ist. "Säuglinge haben noch keinen ausgebildeten Hustenreflex, die hören einfach auf zu atmen", erläutert Wirsing von König den möglichen dramatischen Verlauf der Krankheit. "Bei solchen Fällen von plötzlichem Kindstod wird zu wenig daran gedacht, dass es Keuchhusten gewesen sein könnte." (Frankfurter Rundschau, 16.02.2008, S. 14)
Hauptproblem des Keuchhustens ist die Erkrankung junger Säuglinge. Über 85 Prozent der Komplikationen und Todesfälle durch Keuchhusten betreffen Säuglinge im Alter von bis zu 3 Monaten, die durch die Impfung nicht geschützt werden können. (Hirte, S. 171)
Das ist wie bei den Masern, natürlich. Es ist übrigens alles hier wie bei den Masern.
2.7 Folgeprobleme bei Säuglingen
Diese Situation, dass die Säuglinge jetzt zunehmend Probleme mit Keuchhusten bekommen, ist der Medizin natürlich auch nicht verborgen geblieben und sie reagiert mit folgender Empfehlung auf diese Entwicklung:
Geimpfte Kontaktpersonen sind für einen Zeitraum von mindestens 5 Jahren vor der Erkrankung weitgehend geschützt, können aber vorübergehend mit Bordetellen besiedelt sein und damit eine Infektionsquelle darstellen. Diese Personen sollten vorsichtshalber eine Chemoprophylaxe erhalten, wenn sich in ihrer Umgebung gefährdete Personen wie Säuglinge [...] befinden.
(DGPI Handbuch - Infektionen bei Kindern und Jugendlichen, 5. Auflage, S. 415)
Wie wir dem Text entnehmen, können auch Geimpfte als Überträger des Erregers in Frage kommen. Außerdem lässt sich eine Keuchhustenerkrankung in der Inkubationszeit nicht erkennen. Da der Keuchhustenerreger aber mit über Hunderttausend Erkrankungen im Jahr allein schon bei den Erwachsenen hochpräsent ist, ist der Säugling darauf angewiesen, dass nicht nur alle in seiner Umgebung geimpft sind, was ja wegen der trotzdem möglichen Übertragung des Erregers nicht ausreicht, sondern dass sie sich auch noch einer Chemoprophylaxe unterziehen.
Aber selbst wenn es einer Mutter, die sicher gehen will, dass ihr Säugling nicht durch Keuchhusten geschädigt werden kann, gelingt, alle in ihrer Umgebung von einer Chemoprophylaxe zu überzeugen, so birgt jeder Ausflug mit dem Kind ein Risiko.
Bei dem anderen Punkt, den wir dem Zitat entnehmen können, passiert etwas Interessantes, denn nun heißt es:
Geimpfte Kontaktpersonen sind für einen Zeitraum von mindestens 5 Jahren vor der Erkrankung weitgehend geschützt...
Auf einmal schrumpft also die Schutzdauer der Impfung auf 5 Jahre. Weitgehend.
Normalerweise wird es schon so sein, das glaube ich durchaus, dass die sechs Impfungen im Jugendalter und die eine Impfung im Erwachsenenalter für ein ganzes Leben lang ausreichen. Allerdings, wenn es darauf ankommt und die Medizin es garantieren muss, weil ein Säugling in Gefahr geraten könnte, dann kommen auch die Studien und Fakten auf den Tisch, die nach unten zeigen und dann sind es eben nur noch mindestens 5 Jahre Impfschutz. Weitgehend.
Und der zitierte Satz selber ist ein kaputter Satz. Er entwertet und bestärkt den Sachverhalt gleichermaßen und hat ein Problem mit der Logik. Solche Sätze begegnen uns beim Impfen und beim Glauben häufiger. Sie sollen gleichzeitig das eigene Weltbild halten, die Wahrheit nicht verfälschen und zum Dritten begründen, dass die jeweiligen Glaubensinhalte noch stärker vollzogen werden müssen.
In diesem Zusammenhang ist es unglaublich, dass bei Kenntnis eines derart kompletten eigenen Versagens in jedem Artikel über Keuchhusten darauf hingewiesen wird, dass eine Keuchhusteninfektion keine lebenslange Immunität gewährleistet und die Notwendigkeit der Impfung vor der Infektion betont wird.
Wir haben durch die Impfung also mehr echte Keuchhustenfälle. Wir haben mehr Fälle bei Erwachsenen, wir haben mehr Fälle bei Säuglingen. Wir haben schwerere Fälle und wir haben tote Säuglinge.
Ich würde sagen, diese Impfung ist ein voller Erfolg.
2.8 BZgA - Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Und da wir schon bei Widersprüchen in sich sind, bemühen wir doch mal, was die Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf ihrer Website www.impfen-info.de zu Keuchhusten schreibt:
Vor Einführung der Impfung (1955) starben in Deutschland jedes Jahr mehr als 20.000 Kinder an einer Infektion mit Keuchhusten. Der Erreger zirkulierte ständig in der Bevölkerung. Seitdem sind die hohen Erkrankungs- und Todeszahlen stark zurückgegangen und auch der Erreger zirkuliert seltener. Aber weder die Krankheit noch die Impfung hinterlassen lebenslangen Schutz. Daher erkranken nun öfter Erwachsene - ihr Immunsystem hat "vergessen" wie der Erreger aussieht.
(http://www.impfen-info.de/impfempfehlungen/fuer-erwachsene/pertussis/)
Ja, das ist plausibel, 20.000 keuchhustentote Kinder 1955, bei uns in Deutschland. Die älteren erinnern sich noch, an jeder Straßenecke lagen ein paar herum. Das Statistische Bundesamt spricht nur von 350. Aber vor 1955 kann ja auch bedeuten, dass sie 1905 meinen.
Aber wie kommt es dann zu einer Abnahme von 20.000 auf 350 und das ohne Impfungen?
Das ist nur durch ein neues Wunder erklärbar.
Und weder die Krankheit noch die Impfung hinterlassen lebenslangen Schutz und dann kommt es: Daher erkranken nun öfter Erwachsene. Genau, jetzt auf einmal und früher erkrankten die nicht, obwohl es ja keinen lebenslangen Schutz gibt.
Das nächste Wunder. Gepriesen sei der Herr. Doch nun hat er sich abgewandt, seit der Keuchhustenimpfung schützt die Keuchhustenerkrankung nicht mehr ein Leben lang.
Bei den Keuchhusten-Informationen für Kinder werden sie noch deutlicher:
Nach Einführung der Impfung sind die hohen Erkrankungszahlen stark zurückgegangen, trotzdem treten immer wieder Erkrankungswellen auf.
Ja, das stimmt in keinster Weise, da die Impfung erst kam, als die Zahlen schon stark abgenommen hatten. Tja, die gute alte Bundeszentrale für Desinformation. Nein, das sind alles Gutmenschen dort. Die wissen, dass Impfungen gut sind und ein bisschen die Tatsachen verändern für den guten Zweck, das muss doch drin sein. Viele Keuchhustentote und dann kamen die Impfungen und keiner musste mehr sterben, das klingt doch viel besser als die böse Wirklichkeit. Und es bewegt Menschen zum Impfen, das hilft doch letzten Endes allen.
2.9 Womit wir es zu tun haben
Am 23.06.2010 erschien ein Artikel auf spiegel.de, sein Titel war: "Erwachsene stecken Babys mit Keuchhusten an".
Im ersten Satz des Artikels steht, dass Keuchhusten keine Kinderkrankheit mehr ist. Wenige Sätze später, dass Erwachsene, die daraus resultierend nun Keuchhusten haben, jetzt Säuglinge lebensgefährlich anstecken können.
Aber warum haben Erwachsene jetzt überhaupt Keuchhusten? Genau, wegen den Impfungen.
Auf der logischen Ebene widerlegt sich der Artikel damit sofort selbst. Und wenn wir vom Inhalt abstrahieren, dann wird offensichtlich, dass ein typischer Heilsplan abgearbeitet wird.
Zuerst der Hinweis auf das vergangene Heil:
Dass weniger Kinder an Keuchhusten erkranken, liege an erfolgreichen Impfprogrammen, berichten Forscher um Mirjam Kretzschmar von der Universität in Utrecht.
Es droht aber eine neue Gefahr:
Erwachsene könnten Säuglinge anstecken, für die die Krankheit lebensgefährlich sein kann. Doch für eine Impfung sind Säuglinge zu jung.
Diese neue Gefahr macht natürlich neue Glaubenshandlungen notwendig:
Die Forscher plädieren dafür, dass nicht nur Jugendliche, sondern auch Erwachsene in regelmäßigen Abständen eine Auffrischungsimpfung bekommen sollten.
Die Steigerung der Gefahr:
Zudem sei notwendig, lebenslang wirksame Impfstoffe zu entwickeln. Ohne derartige Strategien bestehe die Gefahr, dass sich der zirkulierende Erreger weiterentwickelt - und so möglicherweise irgendwann mal eine Variante hervorbringt, der die Impfung nichts anhaben kann.
Ausmalen der Konsequenzen, die drohen, wenn die Handlung verweigert wird:
Es [das Bakterium] befällt die Atemwege und verursacht insbesondere durch die Produktion eines Giftstoffs eine starke Schädigung der Schleimhäute, die sich in den typischen krampfartigen Hustenanfällen äußert. Vor allem für sehr kleine Kinder können diese Attacken lebensbedrohlich sein. Daher empfiehlt die Ständige Impfkomission eine Grundimmunisierung gegen Keuchhusten noch während des ersten Lebensjahrs.
Allerdings reicht selbst das nicht aus:
Die erste Impfung kann allerdings nicht vor dem vollendeten zweiten Lebensmonat stattfinden, so dass die Kinder aufgrund der Dauer des Immunisierungsprozesses tatsächlich erst ab einem Alter von etwa 5 Monaten geschützt sind.
Oft wird neben den Drohungen, was alles passieren wird, wenn der Glauben verweigert wird, auch mit Versprechungen gearbeitet, wenn der Glauben erfolgt: Impfungen haben schon soviel für uns getan, sie können aber noch viel mehr für uns tun. Wir forschen an Impfungen gegen Allergien, gegen Krebs, gegen alles.
Ängste, Heilsziele, Ausrottungsphantasien, Drohungen, Versprechungen und Glauben. Was denkst du, mit was du es hier zu tun hast?
2.10 Keuchhustenepidemie in Kalifornien
Die größte Keuchhustenepidemie seit 60 Jahren in Kalifornien.
Viele Geimpfte sind erkrankt, daher wird angenommen, dass der Erreger mutiert ist.
Auf der anderen Seite ist die Impfung ja nicht wirklich effizient und die Lebensbedingungen
in Kalifornien haben sich seit der Wirtschaftskrise stark verschlechtert.
10 Neugeborene sind gestorben.
(KPBS-News, San Diego State University, 16.12.2010)
Neugeborene von Müttern, die Keuchhusten hatten, haben erheblich
höhere Antikörperwerte als Neugeborene von Müttern, die keinen
Keuchhusten hatten:
(Pertussis antibodies in postpartum women and their newborns, 2010)