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Masern

Die Sterblichkeit bei Masern liegt heute bei 1:1000.
Alle Statistiken sagen das und diese Zahlen sind auch öfter in den Medien. Exemplarisch zitiere ich hier einen Experten:

Wenn die Wahrscheinlichkeit Masern zu bekommen in der Vorimpfära praktisch 100% war, ist heute die Wahrscheinlichkeit als Geimpfter Masern zu bekommen mindestens 10.000-mal kleiner, für Ungeimpfte stellt Masern immer noch ein beträchtliches Risiko dar mit einer Todesfallhäufigkeit von etwa 1 in 1000 in entwickelten Industrieländern. Diese Tatsachen sind unbestritten.
(Prof. Dr. Rolf Zinkernagel, Nobelpreisträger, http://www.impfinformationen.de)

Also, auf 1.000 Masern-Erkrankungen kommt bei uns in der westlichen Welt ein Todesfall.

Konkrete Zahlen, die diese Angabe bestätigen, finden sich bei Wikipedia:

1999 kam es [in den Niederlanden] zu einem Ausbruch mit 2961 Erkrankten und drei Todesfällen. 2002 kam es in der Region Kampanien im südlichen Italien zu einer weiteren lokalen Epidemie mit 1571 Krankheitsfällen, von denen drei zum Tode führten. In Rumänien erkrankten 2005 über 3600 Personen an den Masern, zehn Kinder starben daran. (Wikipedia, Masern)

In Deutschland hatten wir 2007 zwei Maserntote und es ging eine Masernepidemie mit ca. 2.000 Masernerkrankungen voraus. Auf diesen Fall werden wir uns im nächsten Kapitel konzentrieren.

1.1 Rechnungen

Am 4. April 2008 fuhr ich mit einem ICE, der aus Wien kam. Beim Aussteigen sah ich eine österreichische Zeitung dort ausliegen, den Kurier. Das Titelthema, welches sich mit Foto fast allein auf der Titelseite befand, war: Masern.
In Salzburg gab es eine Masernepidemie.
Natürlich kassierte ich die Zeitung gleich ein.

Ohne Masernimpfung hätten wir jedes Jahr 75 tote Kinder zwischen 0 und 14 Jahren - zwei bis drei Mal mehr als die Verkehrstoten in dieser Altersgruppe.
(04.04.2008, Kurier, Wolfgang Maurer, Impfspezialist an der Wiener Uni-Kinderklinik)

Es sagte: 75 tote Kinder zwischen 0 und 14 Jahren.
Wenn wir diese Zahl mal zehn nehmen, wegen der höheren Bevölkerung bei uns in Deutschland, dann sind wir pro Jahr bei ca. 750 toten Kindern durch Masern.
Auch eine Gegenprobe ergibt dasselbe: 700.000 Neugeborene im Jahr, jedes 1.000. stirbt, also 700 tote Kinder durch Masern im Jahr. Und so wird ja auch argumentiert, dass wir ohne die Masernimpfung jährlich Hunderte an toten Kindern hätten.

1.2 Die Vergangenheit

Allerdings, ich bin 1970 geboren und ich kenne die Masern aus dieser Zeit selbst, darum lass uns auch einmal andersherum rechnen:

In den 60-er und Anfang der 70-er Jahre gab es die Masernimpfung noch nicht. Zeitgleich hatten wir hier aber die geburtenstarken Jahrgänge von bis zu 1,4 Millionen Kindern pro Jahrgang.
Wenden wir darauf die oben gemachten Angaben an, dann hätten wir damals mehr als 1.000 tote Kinder durch Masern pro Jahr haben müssen, zuzüglich vieler weiterer bleibend Geschädigter.

Und da frag ich mich jetzt einfach: Wo waren die alle?

1.3 Die Antwort, die allen Älteren klar ist

Die Frage, wo diese Tausenden von toten Kindern waren, ist einfach zu beantworten:
Es gab sie nie.

2. Masern - Es wird bitter

Sehen wir uns doch einmal den geschichtlichen Verlauf der Masern in Deutschland und England an.

2.1 Deutschland (Buchwald, S. 133)

2.2 England (McKeown, S. 151)

2.3 Das Offenkundige

Wenn wir diese Kurven sehen, bleibt nur ein einziger Schluss übrig:
Ohne Impfungen hätten wir heute nicht einen einzigen Maserntoten mehr. Weder in Deutschland noch in England.

Selbst in sozial schwachen Schichten nicht mehr.

England hatte diese Situation, aufgrund der besseren sozialen Lage, die früher als in Deutschland alle Schichten erfasste, bereits in den 60-er Jahren erreicht. Durch den verlorenen Krieg und durch die Millionen Flüchtlinge haben wir etwas hinterher gehinkt.

2.4 Was nun?

So, jetzt haben wir ein kleines Problem.
Die Impfleute sagen - und sie können es glaubwürdig belegen - ungeimpft hätten wir heute in Deutschland Hunderte von Toten.
Ich glaube dem.

Andererseits sagt uns unsere Erfahrung mit Masern, zumindest, wenn man über 30 Jahre alt ist, dass da nicht viel passiert ist und die Statistiken sagen es ebenfalls. Sogar, dass es keiner mehr sein dürfte.
Dem glaube ich auch.

Die Auflösung ergibt sich, wenn wir uns ansehen, wer es denn überhaupt ist, der da an den Masern stirbt und, wer damit bei kompletter Nichtimpfung der Bevölkerung in großer Zahl sterben soll.

Nahezu jeder Bericht über Masern sagt es uns:
Das Risiko von Maserngehirnentzündungen ist bei Säuglingen und Kleinkindern besonders hoch.

Es sind also die Säuglinge und Kleinkinder, die am meisten gefährdet sind. Und das ist auch plausibel, sie sind immer am schwächsten.

Und, um es ganz fest zu ziehen, sehen wir uns jetzt eine Meldung über die beiden angesprochenen Maserntodesfälle 2007 in Deutschland an:

Zweiter Todesfall durch Masern.
Unterdessen ist ein zweites Kind Opfer der Masernepidemie des vergangenen Jahres in NRW geworden.
Wie der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte Deutschlands in München unter Berufung auf das Katholische Klinikum in Duisburg berichtete, starb ein 13 Monate alter Junge an den Folgen einer schweren Maserngehirnentzündung. Er hatte sich als Säugling bei seiner jungen Mutter angesteckt.

Über den ersten Maserntodesfall von 2007 werden keine Angaben gemacht, aber wenig später wird in demselben Artikel noch auf ein weiteres Masernopfer Bezug genommen, welches sich vor acht Jahren ebenfalls im Säuglingsalter angesteckt hatte und bei dem jetzt Spätschäden aufgetreten sind:

"Dieser neue Fall ist besonders tragisch, da sich das Mädchen im Säuglingsalter offenbar in unserer Praxis angesteckt hat. Zu dieser Zeit war auch ein älterer Junge mit unspezifischen Beschwerden in der Praxis, bei dem erst am folgenden Tag die Masern diagnostiziert werden konnten", erklärte Christoph Holzhausen, Kinder- und Jugendarzt aus Bad Salzuflen.

Dieser Junge habe insgesamt neun Kinder in der Praxis angesteckt. Bei zweien dieser Kinder sei die gefährliche chronische Maserngehirnentzündung ausgebrochen. (Süddeutsche Zeitung, 26.04.2007)

2.5 Es wird bitter

Die nächsten Fragen, die sich dann aber sofort stellen, sind:
Warum sterben heute die Kleinkinder bei weit besseren sozialen Bedingungen als früher, wo sie nicht gestorben sind?
Warum sind unsere Säuglinge heute gefährdet, wo sie früher nicht gefährdet waren?
Zu einer Zeit, als die Masern überall grassierten. Nicht nur in zeitlich und örtlich stark eingegrenzten Gebieten.

Warum kann heutzutage ein Junge, der mit unspezifischen Beschwerden in eine Kinderarztpraxis kommt, wodurch bei den Arzthelferinnen nicht auf der Stelle der Alarm angeht, sofort zwei Kinder schwer schädigen?

Die bittere Antwort liefert uns die Biologie.
Der Schutz des werdenden Lebens hat in der Natur immer absolute Priorität.
Hatte ein Mädchen früher die Masern und jedes Mädchen hatte sie, hat ihr Organismus die Krankheit natürlich sofort analysiert und festgestellt, dass Masern ein Problem für ein Neugeborenes werden könnten. Folglich hatte der Organismus das Neugeborene solange geschützt, bis es ohne Probleme selbst mit den Masern fertig werden kann. Die Biologie nennt diesen Mechanismus Nestschutz.
Das ist der Grund, warum wir heute, bei unseren sozialen Bedingungen, so gut wie keine Schäden durch Masern mehr haben dürften und damals schon kaum noch und immer weniger hatten.

Diesen Schutz kann heute aber keine Mutter ihrem Säugling mehr geben, da sie die Masern, aufgrund der hochwirksamen Impfung, gar nicht mehr hatte. Und die Masern-Impfung kann ihn ebenfalls nicht liefern, denn gerade im gefährdeten Alter bis elf Monate und noch darüber hinaus dürfen die Kinder nicht geimpft werden.

Da Fernsehärzten ja immer mehr geglaubt wird als jedem anderen: In der vierten Folge "Nichts hilft" von Dr. House "starben" zwei Säuglinge. Ihre Mütter hatten eine Virusinfektion nicht gehabt, die die Mütter der gesunden Kinder hatten.
Es wurde dem Fernsehpublikum wie folgt erklärt: Neugeborene haben das Blut der Mütter, also die mütterlichen Antikörper. Die gesunden Kinder überlebten, weil die Antikörper der Mütter sie gerettet haben.

Damit sind also nahezu alle unsere Neugeborenen schutzlos, wenn sie auf Masern treffen. Und darum gibt es jetzt jedes Mal eine Panik, wenn irgendwo die Masern ausbrechen. Bei Nichthandeln stirbt in Kürze ein Kleinkind.

Das ist der Grund für die ganzen toten und geschädigten Kinder heutzutage durch Masern.
Und damit ist auch die Frage aus dem Eingangskapitel, die Bild am 19.12.2009 stellte, beantwortet: Die kleine Michaela muss sterben, weil wir gegen die Masern geimpft haben.

3. Masern - Verschiebung der Masern, der nächste Todesfall

Die Masern verlaufen jetzt schwerer.
Den einen Grund haben wir gerade gesehen. Es sind Säuglinge und Kleinkinder betroffen, die die Masern nicht bekommen würden, wenn die Mütter nicht geimpft worden wären. Und der andere Grund ist, die Impfungen haben die Masern, durch das nun seltenere Auftreten des Erregers, auch in die andere Richtung, ins Erwachsenenalter verschoben.

Und im Erwachsenenalter verlaufen sie ebenfalls schwerer. So war bei der erwähnten österreichischen Masernepidemie vom 04.04.2008 eine 30-Jährige betroffen, die auf die Isolierstation des Krankenhauses gebracht worden ist.

Wenn du die Masern noch von früher her kennst, dann wirst du mir zustimmen, dass das ein sehr gespenstisches Szenario ist, wegen Masern auf die Isolierstation eines Krankenhauses zu kommen.

3.1 Wie es läuft

Dr. Wetzlar Geisz spricht den Masern sogar ab, eine Kinderkrankheit zu sein: "Die sogenannten Kinderkrankheiten sind jederzeit auch im Erwachsenenalter möglich, wie die Masernepidemien zeigen."
(www.klein-klein-verlag.de, 23.04.2007, Newsletter)

Ja, genau so läuft das hier:
Sie impfen die überwiegende Mehrheit der Kinder mit einem Impfschutz, der eine gewisse Zeit hält, bei den doppelt geimpften sogar relativ lange, und sorgen damit dafür, dass die Kinder die Masern in der Kindheit gar nicht mehr bekommen können und auch dafür, dass die wenigen Ungeimpften dem Erreger kaum noch begegnen können. Und dann bricht irgendwo eine Masernepidemie aus und es erwischt folgerichtig auch ein paar nicht immune Erwachsene und welche, die ihren Impfschutz verloren haben. Und dann sagen sie: Seht her, die Krankheit ist jederzeit auch im Erwachsenenalter möglich. Der Beweis ist erbracht.
Unwiderlegbar.
Wir müssen mehr impfen, um weiteres Unglück zu verhindern.

3.2 Weitere Masernopfer

Wenn irgendwo etwas falsch läuft, dann erwischt es zuerst immer die Schwachen. Bei den Neugeborenen haben wir es schon gesehen. Eine weitere Gruppe sind die Immunschwachen.

Nach den Masernkurven - und damals wurden Masern noch richtig diagnostiziert und nicht so wie heute, wie wir gleich sehen werden - dürften wir auch keine Immunschwachen mehr haben, die durch Masern zu Schaden kommen.
Jetzt haben wir sie aber wieder. Und auch da müssen wir uns ansehen, warum das so ist.

Der letzte Maserntodesfall in Deutschland, vor den beiden von 2007, war Anfang 2005 und wurde lange Zeit bei Wikipedia aufgeführt, woher ich ihn auch kenne:

Im Jahr 2005 ist es in Deutschland bereits zu zwei größeren Masernausbrüchen gekommen, im Februar starb ein 14-jähriges Mädchen in Hessen, im Mai wurden 110 Fälle aus Oberbayern gemeldet. (Wikipedia, Masern)

Als Erstes ist dazu anzumerken, dass daraus überhaupt nicht ersichtlich ist, dass es sich um ein immunschwaches Mädchen gehandelt hat. Und das ist eine wichtige Information. Und wenn etwas wichtig ist, dann sollte das erwähnt werden.
Keiner, der von dem Fall hört, ruft dazu den Bericht vom Robert-Koch-Institut auf, wo es drin steht. Und auch ich bin nur bei einer Google-Suche nach etwas anderem auf ihn gestoßen, weil meine Suchwörter in diese Richtung gingen.
Sehen wir uns den offiziellen Bericht zu dem Fall vom Robert-Koch-Institut an:

In einem hessischen Landkreis erkrankte am 17.2.2005 ein 14-jähriges Mädchen, bei dem ein Down Syndrom vorlag, mit Fieber, Husten und Mattigkeitsgefühl. Die konsultierte Hausärztin verordnete Paracetamol. Da das Fieber weiter anstieg und der Husten zunahm, erfolgte am 22.2 die Behandlung mit einem Penicillin Präparat. Das Mädchen wurde zunehmend apathisch und starb am Abend des 23. Februar. Wiederbelebungsversuche durch den sofort hinzugezogenen Notarzt waren erfolglos. (www.rki.de, Epidemiologisches Bulletin Nr. 13, 2005)

Später wurden dann die Masern diagnostiziert, nach Hinweisen von der Schule auf Masernerkrankungen in der Schule.

Fassen wir zusammen: Dreimal waren die Dinge nicht normal, zweimal davon bedingt durch die Impfungen und dann knallt es.

Ähnlich bei den ansonsten harmlosen Windpocken. Die Verwendung des Fiebersenkers Aspirin bei einer Windpocken- oder einer Influenza-Erkrankung hatte zu vielen Todesopfern und Schädigungen durch das Reye-Syndrom geführt. Bevor dieser Zusammenhang klar war und davor gewarnt wurde (siehe auch Reye-Syndrom, Wikipedia).
Die Betrachtung, ob Vorerkrankungen vorlagen und welche medizinischen Maßnahmen getroffen worden sind, ist also keineswegs nebensächlich, um eine Gefährdung des eigenen Kindes aufgrund von Todesfallmeldungen durch Viruserkrankungen beurteilen zu können.

3.3 Ein weiteres Impfopfer

Es heißt überall, besonders die immunschwachen Kinder seien durch Infektionen gefährdet. Das leuchtet erst einmal ein, trotzdem gab es in England, bereits Ende der 60-er Jahre, so gut wie keine Maserntodesfälle mehr, obwohl mehrere Hunderttausend Kinder die Masern hatten. Und auch bei uns hatte diese Entwicklung schon stark eingesetzt. Das heißt: Auch Kinder mit Immundefekten haben die Masern früher in großer Zahl überstanden.

Und jetzt auf einmal, bei wenigen Dutzend Masernfällen in Hessen, war ein Todesfall dabei? Wo man, selbst als die Masern noch gefährlicher waren, mit einem Todesfall erst auf Abertausenden Kindern rechnen konnte.

Dieses Mädchen wäre ebenfalls niemals gestorben noch hätte es irgendeinen Schaden davon getragen, wenn wir nicht mit den Impfungen angefangen hätten.

4. Masern - Masernschäden und Ausrottungsphantasien

Normalerweise heilt eine Infektionskrankheit wieder völlig ab oder aber sie führt zum Tod.
Wenn nach einer Infektionskrankheit im größeren Stil Schäden zurückbleiben, dann ist das äußerst ungewöhnlich.

4.1 Bleibende Schäden durch Masern

Nicht nur die Todesfälle durch Masern haben, im Verhältnis zu den Betroffenen, drastisch zugenommen, sondern auch die Zahl der schweren Schäden durch Masern. Der Todesfall ist ja immer nur die Spitze der Entwicklung.

Die Kinder bekommen die Masern dadurch, dass sie durch die Mutter nicht mehr geschützt sind, viel zu früh:

Ein Kind erkrankte an einer chronischen Maserngehirnentzündung. Sie tritt als Spätfolge einer Masernerkrankung auf. Besonders häufig sind Kinder betroffen, die im ersten Lebensjahr Masern bekommen. (Süddeutsche Zeitung, 26.04.2007)

Rüdiger von Kries, Kinder- und Jugendarzt an der Universität München in der Frankfurter Rundschau:

"Je früher ein Kind beispielsweise an Masern erkrankt, desto höher ist sein Risiko für die tödliche Masern-Folgekrankheit SSPE", warnt Kries.
(Frankfurter Rundschau, 17.04.2007)

Diese frühen Masernschäden kann es überhaupt nicht geben, wenn das Kind Nestschutz durch die Mutter hatte.
Strittig ist nur die Dauer des Nestschutzes, den die Mutter ihrem Neugeborenen mitgibt. Die Medizin geht von einigen Monaten aus. Das kann unter schlechten Lebensbedingungen oder bedingt durch die Annahme über die benötigte Höhe der Antikörperwerte natürlich so sein. Tatsächlich ist aber in den 60-er und 70-er Jahren, bevor geimpft wurde und bei einer schlechteren sozialen Lage als heute nicht mehr viel passiert. Der Nestschutz, den die Mutter ihrem Kind infolge der eigenen Masernerkrankung mitgeben konnte, war also ausreichend, was er heute keineswegs mehr ist.

4.2 Zeitgenössische Quellen

In einem Forum auf www.impfschaden.info fand ich folgende Stellungnahme zu der Frage nach dem früheren Auftreten von Masernschäden:

Frage: Ich möchte mal nachfragen. War dieses SSPE früher nicht bekannt oder kam es seltener vor?

Antwort: Es war sowohl früher bekannt, als es auch häufiger vorkam.

Frage: SSPE trifft ja anscheinend häufig Kinder, die unter einem Jahr Masern bekamen. Waren die Masernfälle damals bei unter Einjährigen seltener?

Antwort: Nein, zeitgenössischen Quellen kann man entnehmen, dass in Ausbrüchen zwischen 2 und 7% der betroffenen Kinder unter einem Jahr alt waren, gleichzeitig erkrankte pro Jahr ca. eine Geburtenkohorte. Auf heutige Verhältnisse übersetzt würde das pro Jahr 650'000 masernerkrankte Kinder, darunter 13'000 bis 45'000 Säuglinge bedeuten. In Wirklichkeit erkrankten im letzten Jahr meines Wissens 80 Säuglinge. In der Vorimpfzeit war die Sterblichkeit bei Säuglingen besonders hoch (bis zu 30%) - werden wohl auch viele akut weggestorben sein, noch vor der SSPE.
(Forum auf www.impfschaden.info, 27.04.2007)

Die Antwort klingt fundiert und ich nehme auch an, dass sie stimmt und dass es Quellen dafür gibt. So etwas Detailliertes denkt sich keiner aus.

Die Auflösung dieses scheinbaren Widerspruchs ist die übliche Auflösung:
Wir sehen es schon an den Worten: "zeitgenössische Quellen".
Es wurde wieder einmal das Mittelalter als Referenzzeit für heutige Verhältnisse und für die Gefährlichkeit der Krankheiten herangezogen. Damals, wo sie wie die Fliegen an Hunger und Kräftemangel gestorben sind.
Es hat eine gewisse innere Logik, diese Zeit zu nehmen und nicht die Zeit vor 40 Jahren, die heutigen Verhältnissen ähnlicher ist und von der wir dazu noch mehr wissen, da die Schulmedizin auch im Mittelalter lebt. Die Kombination aus Nestschutz und sozialen Bedingungen ließen Masernschäden heute jedoch auf nahe null schrumpfen. Gäbe es denn den Nestschutz noch.

4.3 Masernenzephalitis - Hinweise, zeitliche Entwicklung

Masernenzephalitis ist nichts anderes als die Gehirnentzündung, über die bei Masern und hier oft gesprochen wird. Mit den sinkenden Todeszahlen bei Masern sank folgerichtig auch die Zahl der Fälle mit Masernenzephalitis.
An dieser Stelle auch der Hinweis auf das Windpockenkapitel, wo die Fälle mit Gehirnentzündung ebenfalls mit der Zeit abnahmen und wo die Abnahme explizit dieser Fälle in einer Grafik dokumentiert ist. Von 1967 bis 1985 sank die Zahl der Todesfälle bei den 0-14 Jährigen durch Enzephalitis, ohne jede Impfung, um das Fünffache.

In Ländern wie den USA oder Skandinavien, die eher mit der Impfung angefangen haben und striktere Impfprogramme hatten als wir, muss diese Gehirnentzündung eher als bei uns wieder ein Thema geworden sein. Die Mütter dort haben eher ungeschützte Kinder zur Welt gebracht als bei uns.
In diesen nicht so dicht besiedelten Ländern muss es, davon abgesehen, auch immer weit mehr Menschen als hier gegeben haben, die die Masern sehr spät bekommen haben.
Auch dies sind Punkte, die bei einem Vergleich mit den "zuvor schlimmen" und nach den Impfungen "tollen" Verhältnissen in diesen "Muster-Ländern" oft unter den Tisch fallen.

4.4 Der Vergleich mit den USA

Die deutschen und die englischen Todesfall-Maserngrafiken, die ich hier gezeigt habe, sind sicher kein Argument für die Impfung, sondern eines dagegen. Daher kommen diese Grafiken in offiziellen Stellungnahmen auch nicht vor. Obwohl die englische und die deutsche Grafik, was in der Natur der Sache liegt, die westeuropäischen Verhältnisse weit besser widerspiegeln als jede US-amerikanische Grafik.

Bezogen wird sich aber auf die US-amerikanischen Verhältnisse, weil es dort zu Beginn der Impfeinführung noch etwa 400 Maserntote im Jahr gab. Sofern sich überhaupt auf Todesfälle bezogen wird und nicht lieber gleich auf Krankheitsfälle, weil das noch eindrucksvoller ist.

Zu diesem generellen Vergleich mit den USA möchte ich einmal Volker Pispers zitieren:

Wer kann die Bilder je vergessen, die sich einem nach der Maueröffnung boten? Gramgebeugte, durch jahrzehntelange Diktatur willenlos gewordene Menschen, Elendsviertel mit Zeltstädten, so weit das Auge reichte, Suppenküchen in denen die Menschen in langen Schlangen anstanden, um eine warme Mahlzeit am Tage zu erhalten, haufenweise Obdachlose, Menschen ohne Krankenversicherung, ohne Zähne…
Moment, jetzt bin ich im falschen Film gelandet, das sind Bilder aus den USA…
Heute dämmert so langsam, dass für 60% der US-Amerikaner heute der Lebensstandard von damals in der DDR das Paradies auf Erden wäre. Das hat mit Ostalgie nichts zu tun, das sind wirtschaftliche Tatsachen. (Volker Pispers)

Worauf will ich hinaus?
Die soziale Absicherung in den USA ist weit geringer als hier: Sozialhilfe, Krankenversicherung und Arbeitslosenversicherung greifen dort nur sehr schwach. Hinzu kommen Millionen mexikanischer Einwanderer, illegale Einwanderer und Ghettobildung in Großstädten. Die ökonomischen Unterschiede in den USA sind groß, aber das ist ja bekannt. Und zu der Zeit des Beginns der Masernimpfungen, Ende der 60-er Jahre, war das untere Niveau dieser sozialen Schere tiefer als in Europa. Das ist natürlich immer noch der Fall, aber insgesamt haben sich die Lebensbedingungen verbessert.
Aus diesem Grund hatten die USA zu jener Zeit noch die besagten 400 Maserntoten im Jahr.

Dass Impfungen aber bei schlechten Lebensverhältnissen und räumlich begrenzt Sinn machen können, steht außer Frage, das ist jedoch alles, was die Zahlen aus den USA belegen können.

4.5 Keine neue Heilslehre

Ich will auf keinen Fall behaupten, dass es heute, ohne Impfungen, unmöglich wäre, dass ein Kind einen Schaden durch Masern erleiden oder sterben könnte.
Ich will sicher nicht die eine Heilslehre durch die nächste ersetzen.

Es würde, bei unseren Lebensbedingungen und ohne Impfungen, sehr selten vorkommen, dass es Komplikationen mit Masern gibt. Die Grafiken, deren Entwicklung ja noch nicht abgeschlossen war, sprechen eine eindeutige Sprache. Und, falls es doch zu Komplikationen kommen sollte, wären eine starke Immunschwäche, schwierige soziale Verhältnisse oder aber Behandlungsfehler sehr wahrscheinlich die Ursache. All das muss aber nicht sein, es kann auch ein bis dahin völlig gesundes Kind sein.

Wenn wir aber aufhören, diese kleinen Lebensrisiken zu akzeptieren und auch als genau das hinzunehmen, dann wird das erst zum richtigen Risiko und das lässt sich in diesem Buch überall verfolgen.

4.6 Die Ausrottung der Masern

Die Annahme, dass es jenseits der Industrienationen möglich ist, die Masern auszurotten, so dass keine Masern mehr eingeschleppt werden können, ist absurd.
Neben den konkret gescheiterten Versuchen: zuerst war die Ausrottung der Masern für das Jahr 2000 geplant und verkündet worden, danach für das Jahr 2010, auch das hat nicht funktioniert, kann es deswegen nicht gehen, weil:

(1) Es wird zwar immer auf die Pocken verwiesen, bei denen das auch geklappt hat, allerdings wird dabei ein signifikanter Unterschied außer Acht gelassen:
Die Pocken waren eine Krankheit, die auf großes Elend angewiesen ist, sie befanden sich ohnehin schon auf dem Rückzug. Masern bekommt jedoch, ungeimpft, bei Kontakt sofort jeder.

(2) Abermillionen von Menschen in der Dritten Welt sind ungeimpft, also dort, wo es das weit größere Problem ist zu impfen. In einer Industrienation alle zu impfen, wenn es gewollt ist, ist einfach. Hier gehen sowieso alle zum Arzt, glauben an Impfungen, werden regelmäßig erfasst und bei vielen sozialen Einrichtungen müssen die Impfausweise vorgelegt werden.
In der Dritten Welt sieht das schon anders aus. Die Kosten für die Impfungen sind noch das Geringste, weit schwieriger ist die kontinuierliche Überwachung und Kontrolle der Menschen und Maßnahmen über mehrere Jahre hinweg. Das setzt eine ausgebaute Logistik voraus. Genauso müssen entlegene Wälder, Bergregionen und Dörfer in Asien und Afrika erfasst werden. Schlimm wäre es auch, wenn man anfängt und auf einmal aufhört, dann erhalten wir die ganzen schweren Verläufe durch die Verschiebung der Krankheit.
Hinzu kommt ein Misstrauen gegenüber Impfungen in einigen arabischen Regionen, die als amerikanische Einflussnahme angesehen und für Krankheiten wie Aids verantwortlich gemacht werden. Einzelne Religionsführer haben Impfungen verboten. Und da ist dann die Frage, ob man den nächsten Krieg darum führen möchte, dass sich die Iraker alle gegen Masern impfen lassen. Und von den afrikanischen Stammesgesellschaften und davon, was die alles glauben, haben wir da noch gar nicht gesprochen. Wahrscheinlich haben auch die Taliban ein Problem mit Impfungen und damit kannst du die Ausrottung der Masern dann vom Programm nehmen.

(3) Sowohl bei den Masern als auch bei den kommenden Kinderkrankheiten, die wir gleich betrachten werden, hat jede Verschärfung der Impfpraxis nur das Problem verstärkt und Effekte zu tage gefördert, mit denen man vorher nicht gerechnet hatte: primäres Impfversagen, sekundäres Impfversagen, plötzlich fehlende Auffrischung der Impfung durch Kontakt mit Masernkranken, schwere Verläufe im Erwachsenenalter, tote Säuglinge.
Die Annahme, dass das auf einmal alles aufhören sollte, obwohl man nichts anderes als das Gleiche nur verstärkt weiter tut, ist unrealistisch. Das Gegenteil wahrscheinlicher.

4.7 Ausblick

Angefangen hat es damit, dass gesagt wurde, eine Impfung für jeden reicht und die Masern sind bis zum Jahr 2000 ausgerottet.
Das hat, wie man weiß, beides nicht funktioniert. Ende der 80-er Jahre gab es in den USA größere Masernepidemien, bei denen man nicht nur festgestellt hat, dass die Krankheit durch die Verschiebung jetzt schwerer verläuft, sondern auch, dass es viele primäre Impfversager gab. Ein primärer Impfversager ist, wenn der Organismus aus irgendeinem Grund nicht auf die Impfung reagiert und keine Antikörper gebildet hat.
Daraufhin wurde in den 90-er Jahren die zweite Impfung gegen Masern eingeführt, um die Möglichkeit des Versagens der Impfung zu verringern. Die Ausrottung der Masern wurde vorsorglich auf 2010 verschoben. Das hat dann auch nicht geklappt.
Inzwischen gibt es dafür sekundäre Impfversager bei der Masernimpfung. Ein sekundäres Impfversagen ist, wenn der Organismus zwar angesprochen und Antikörper gebildet hat, jedoch der Immunschutz wieder verschwunden ist, weil die Impfung eben doch nicht so tiefgreifend ist wie die Krankheit.
Ein weiteres Phänomen kommt hinzu, welches das sekundäre Impfversagen begünstigt: Jeder Kontakt mit einem Masernkranken und damit den Viren wirkt wie eine Auffrischimpfung. Sowohl für die, die bereits Masern hatten, als auch für die Geimpften. Dadurch, dass es jetzt so gut wie kaum noch Masernkranke gibt und der Kontakt zu ihnen noch schwieriger ist, lässt auch die Schutzwirkung der Masern-Doppelimpfung immer weiter nach.

Nachuntersuchungen bei belgischen Studenten, die in den letzten Jahren sicher keinen Masernkontakt hatten, zeigten durchschnittlich fünfzehn Jahre nach der MMR-Impfung bei 77 Prozent der zweimal Geimpften und 59 Prozent der einmal Geimpften schützende Antikörper, 8 bzw. 22 Prozent wiesen keinerlei messbare Antikörper mehr auf. (Hirte, S. 255)

Dass es inzwischen viele sekundäre Impfversager gibt, fällt nicht so stark auf, da der Masern-Erreger selten geworden ist. Die Anzahl dieser Impfversager wird jedoch zunehmen, da wir uns zeitlich immer weiter vom Beginn der Impfungen wegbewegen. Und da der Erreger von außen zyklisch immer wieder eingeschleppt werden wird, wird er bei seinem Auftreten immer großen Schaden anrichten, von schweren Verläufen im Erwachsenenalter bis hin zu geschädigten und toten Säuglingen.
Und sowohl das nun Immer-Weiter-Impfen-Müssen, die Angst vor Masern und das Schnell-Reagieren-Müssen als auch die Schäden, die eine Masern-Epidemie jetzt verursacht, sind eine direkte Folge der Masernimpfungen.