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Pocken

Wir alle kennen das Phänomen: Wir haben uns ein Bild von etwas gemacht oder jemand stellt uns etwas vereinfacht dar und irgendwann später, wenn wir mehr Informationen dazu bekommen haben oder genauer hinsehen, wird alles auf einmal viel komplexer und weitaus weniger eindeutig, als wir anfangs dachten.

Ist das bei tagesaktuellen Ereignissen noch relativ leicht korrigierbar, indem wir einfach irgendwann einen anderen Standpunkt oder einen Kommentar der Gegenseite lesen oder einfach nur abwarten, bis mehr Fakten ans Tageslicht kommen, so wird es weit schwieriger, wenn sich erstmal ein Mythos gebildet hat und das Ereignis in der Vergangenheit liegt.

Und, um zum Thema zu kommen: Jeder, der irgendwo erzählt, dass durch die Pockenimpfungen die Pocken verschwunden sind, weiß nicht mehr darüber als genau diesen einen Satz. Den Satz, den er von irgendjemand anderem gehört hat, der genauso wenig darüber weiß.
Wie kann sich so etwas aber durchsetzen?

Nun, ich gebe ein aktuelles Beispiel: Obwohl es keine Impfung gegen TBC gibt und, obwohl sogar das Robert-Koch-Institut das an jeder Stelle sagt und, obwohl Tuberkulose aktuell die tödlichste Infektionskrankheit ist, können wir in Zeitungen lesen, dass es "durch Impfungen" gelungen ist, "Tuberkulose fast vollständig zu eliminieren." Ich habe diese Aussage sowohl in einer Lokalzeitung von der Leiterin einer Apotheke als auch im Internet beim Goethe-Institut gelesen.

1.1 Geschichte der Pockenimpfung, die erste und zweite Impfung

Mit einer Nadel habe man dort (Konstantinopel, 1714) einem Erkrankten Eiter aus einer Pockenblase entnommen und damit die Haut von Gesunden geritzt. Die so geimpften sollten nur leicht an Pocken erkranken und dadurch immun gegen diese Krankheit werden.
60 Jahre später übernahm England diese Form des Impfens, doch der Erfolg blieb aus. Im Gegenteil: Auch Geimpfte erkrankten schwer an Pocken und, weil jeder von ihnen ein Infektionsträger war, schnellten überall dort, wo man die Impfung angewandt hatte, die Erkrankungen in die Höhe. Allein in London starben in den folgenden Jahren 25.000 Menschen mehr an den Blattern als in den Jahren vor der Einführung des Impfverfahrens.

Auch Weimar, Hamburg und Berlin erlebten nach der Einführung dieser Impfung große Pockenepidemien mit vielen Toten. Daraufhin wurde die "Inokulation", so wurde dieses Impfverfahren genannt, bald verboten.
(AEGIS-Impfaufklärung, nach Buchwald S.19-22)

Es kann sein, wenn geimpfte Menschen oder Tiere sehr geschwächt sind oder, wenn in Elendsquartieren geimpft wird, dass ein Erreger, obwohl er abgeschwächt ist, richtig ausbricht, weil der Organismus ihm rein gar nichts mehr entgegen zu setzen hatte.
In dieser frühen Phase der Impfungen handelte es sich noch um den Originalerreger zusammen mit Impfungen im Experimentalstadium. Durch diese Impfungen hat man den Erreger auch in Bevölkerungen und Gebiete hineingebracht, wo er zuvor gar nicht war und darum kam es nach diesen Impfungen zur Explosion der Pockenzahlen.

In jener Zeit also lebte Edward Jenner und war überzeugt, dass es dennoch ein Mittel gegen die Pocken geben müsse. Die Landbevölkerung glaubte damals, wer die harmlosen Kuhpocken überstanden habe, könne nicht mehr an den echten Pocken erkranken. Da der Versuch mit menschlichen Pockenviren so kläglich fehlgeschlagen hatte, versuchte sich Jenner also an Kuhpockenviren. Dazu entnahm er dem Melkerknoten einer Kuhmagd Eiter und ritzte diesen in die Haut seiner Versuchspersonen. Einer von ihnen war der fünf Jahre alte Junge John Baker. Er starb kurz nach der Impfung. Ebenfalls geimpft wurde eine junge Frau im achten Schwangerschaftsmonat. Sie gebar ein totes Baby, dessen Gesicht über und über mit Pockenblasen bedeckt war.

Dennoch verschickte Jenner seine Proben, die er mittlerweile auch aus tierischen Kuhpocken entnahm, an die europäischen Fürstenhöfe und hatte innerhalb weniger Monate 20.000 Eiterentnahmen ins Ausland versandt. Damit wurden vorwiegend Waisenkinder geimpft, die als lebende Eiterproduzenten missbraucht wurden. Diesen Eiter verkaufte man als Impfstoff weiter.

Bereits 1807 führte Hessen als erstes deutsches Land eine gesetzliche Zwangsimpfung durch. Doch selbst Maßnahmen dieser Art konnten der Bevölkerung keinen Schutz vor Pocken bieten. Edward Jenner wurde gegen Ende seines Lebens Zeuge großer Pockenepidemien, denen auch viele Menschen zum Opfer fielen, die er geimpft hatte. Dies ließ ihn ernsthaft an seinem Lebenswerk zweifeln. Vielleicht war ihm nicht einmal bewusst, wie teuer er selbst für seine Methode der Pockenimpfung hatte bezahlen müssen: Jenner impfte nämlich auch seinen zehn Monate alten Sohn, der später schwachsinnig wurde und mit nur 21 Jahren starb. Heute wissen wir, dass Jenners Sohn ein typischer Fall von einem Impfschaden war. Ein sehr hoher Preis für eine Impfung, die nichts nutzte, wie sich später herausstellen sollte. (AEGIS-Impfaufklärung, nach Buchwald S.19-22)

An dieser Stelle ein paar Anmerkungen:
Es ist interessant, wenn man sich wissenschaftliche oder populäre Quellen zur Pockenimpfung ansieht, deren Bestreben es natürlich ist, den (eigenen) Glauben an die Wirksamkeit und Logik der Pockenimpfung zu begründen, so findet man in etwa immer folgende Sätze:

"Auch er [Jenner] glaubte der Landbevölkerung, die berichtete, dass Menschen die von Kuhpocken angesteckt worden waren, nicht mehr die echten Pocken bekommen könnten. Zur Überprüfung dieser These infizierte Jenner einen Jungen zunächst mit Kuhpocken und, nach Abklingen der Krankheit, mit den echten Pocken. Der Junge überlebte." (Wikipedia, Pocken)

Im Gegensatz zu der von mir zitierten Quelle, die sich nur auf das Erwähnen der Fehlschläge beschränkt, beschränken sich Pro-Impf-Quellen auf das reine Erwähnen der Erfolgsfälle. Das hat schon etwas Komisches.

Im Wikipedia-Artikel über Jenner wird zwar noch geschrieben, dass er nach der ersten Ablehnung seiner Impfung durch offizielle Stellen weitere Versuche, auch mit seinem 11 Monate altem Sohn unternahm, aber in guter alter Impf-Tradition bleibt das Weitere unerwähnt. (siehe Wikipedia, Edward Jenner)

Dass eine durchgemachte Kuhpockeninfektion vor einer echten Pockeninfektion schützen kann, sehe ich auch als wahrscheinlich an. An vielen Infektionskrankheiten erkrankt man nur einmal und, wenn die beiden Krankheiten sich so ähnlich waren, wird das auch da so gewesen sein.

Das Problem bei dieser Impfung, die ja eigentlich eine komplette Infektion mit einer anderen Infektionskrankheit ist, lag woanders. Sehen wir uns die Kuhpocken einmal an. Wikipedia schreibt über den Verlauf einer Erkrankung bei Kuhpocken im Jahr 2009:

"Wenige Tage nach dem Kauf [von Farbratten] stellten sich die typischen Symptome ein, wie juckender schmerzhafter Ausschlag, angeschwollene Lymphknoten mit hohem Fieber und Müdigkeitserscheinungen und bis zu zwei Zentimeter große Geschwüre breiteten sich über den Oberkörper aus." (Wikipedia, Kuhpocken)

Besagte Hautausschläge, die sich häufig an Händen, Beinen und im Bereich der Augen bilden, heilen erst nach 6-8 Wochen wieder ab. Außerdem kann es am Infektionsherd zu einem Absterben des umliegenden Gewebes kommen.
Wenn wir bedenken, dass die Immunlage früher, infolge der schlechteren Lebensumstände, weit schlechter war als heute, so ist klar, dass damals auch die Kuhpocken zum Teil heftige Reaktionen hervorgerufen haben und es überrascht auch nicht, dass Menschen damals an Kuhpocken gestorben sind.
Und damit kommen wir zum banalen Grund, warum diese Impfung in der Praxis kaum eine Auswirkung hatte: Keine Impfung hat einen Wirkungsgrad von 100% und diese wurde dazu noch so weit abgeschwächt, dass die wenigsten tatsächlich eine echte Kuhpockeninfektion durchgemacht haben.

1.2 Die Wirkung der Impfung

In der Folge der Pockenimpfungen traten 3 Effekte aus:
(1) Die Impfung wirkte tatsächlich.
(2) Die Impfung wirkte aus den gerade beschriebenen Gründen nicht.
(3) Die Impfung sorgte für steigende Pockenzahlen. Wenn Bevölkerungen geimpft wurden, in denen der Erreger zuvor nicht war, breiteten die Pocken sich dort aus. Das war möglich, wenn die Impfung auch den menschlichen Pockenerreger enthielt und die geimpfte Bevölkerungsgruppe über wenig Widerstandskraft verfügte, was immer in Armenvierteln oder Elendsquartieren der Fall war.

Da die Punkte (2) und (3) so gut wie in Vergessenheit geraten sind, im Folgenden einige Stimmen und Beispiele dazu. Ich zitierte zuerst aus einer 1890 erschienen Dresdener Impfgegnerschrift, in der Dutzende von Ärzten zu Wort kommen und danach aus dem Buch von Simone Delarue.
Noch zur Erläuterung: Vaccination ist die Impfung und Blattern sind die Pocken.

Der Präsident des Gesundheitsamtes der Stadt New York berichtete im Jahre 1870: "Trotz der sehr durchgehenden Impfung, welche im Jahre 1869 in allen Miethäuserquartieren vorgenommen worden war, begann das Jahr 1870 mit einer starken Zunahme der Pockenfälle. Dieses außerordentliche Vorwiegen der Pocken in verschiedenen Erdteilen, besonders in Gegenden, wo seit langem die Impfung wirksam durchgeführt wird, sowie ihr Vorkommen in der schwersten Form bei gut geimpften Personen sind neue Erscheinungen in der Geschichte dieser Seuche, welche zu einer neuen Untersuchung der ganzen Impffrage und ihrer Ansprüche auf einen wirksamen Schutz führen müssen."

Dr. med. Thompson, London: "Ich habe eine sehr bedeutende Anzahl von Personen in Behandlung gehabt, welche nach der Vaccination von Blattern befallen wurden.

Dr. med. J. Outhwaite, York: "Auf keinen Fall schützt die Vaccination gegen den Tod durch die Blattern."

Dr. med. Ad. Henke erklärt in seinem Handbuch zur Erkenntnis und Heilung der Kinderkrankheiten "daß weder die sorgsamste Vaccination, noch der regelmäßige Verlauf der Vaccine die Geimpften gegen den Pockenausschlag schützt."

Dr. med. Lutze: "Obgleich behauptet wird, daß geimpfte Personen selten die Blattern bekommen, so thut doch eine auf gewissenhafte Beobachtung gegründete Erfahrung das Gegenteil zur Genüge dar."

Dr. med. C. Buchanan: "Die Vaccination beugt den Blattern nicht vor."

Dr. med. Welch, Taunton: "Ich hege in der That große Zweifel, daß Personen durch die Vaccination von den Blattern verschont werden und glaube, daß sie gewiß nicht gegen den Tod schützt. Nach der Zahl der Personen zu schließen, welche ich an Blattern nach der Vaccination behandelt habe, darf ich nicht glauben, daß sie weniger jener Krankheit unterworfen sind. Ich kann die Vaccination überhaupt nicht empfehlen.

Dr. med. Simon, Hamburg: "Ich weiß gewiß, daß bei den bestvaccinierten Personen die Blattern sich entwickeln."

Dr. med. Birkmeyer, Nürnberg: "Die Impfung schützt nicht."

Dr. med. Roux, Marseille: "Die Geimpften erkrankten in großer Mehrzahl an schweren und tödlichen Pocken, und wenn sie genasen, erlangten sie ihre volle Gesundheit nicht wieder."

Nach dem Bericht des Wiedener Krankenhauses zu Wien vom Jahre 1871/72 waren sämtliche daselbst an den Blattern gestorben - Geimpfte!

Dr. med. Nittinger, Stuttgart: "Alle Blatternkranke, welche ich in 25 Jahren zu behandeln hatte, waren ohne Ausnahme 1-, 2-,3-, 4-mal geimpft. Vor 9 Jahren behandelte ich in Gemeinschaft mit dem Herrn Medizinrat Dr. Blumhardt einen Bäcker, Vater von 7 Kindern, der mit Blattern äußerst übersät war und äußerst pestete. Der Vater war 2-mal geimpft, sein 3-jähriger Knabe nicht. Vier geimpfte Mädchen wurden aufs Land geflüchtet, bekamen dort alle die Pocken, zwei geimpfte Knaben und die geimpfte Mutter pockten zuhause, der einzig nicht geimpfte Knabe aber, der 4 Wochen lang keine Minute vom Bette seines Vaters zu trennen war, bekam die Pocken nicht und blieb bis jetzt gesund."

Dr. med. L. Deventern Berlin, schreibt in seinem Buche: "Fälle des echten Pockenausbruchs bald nach der vollzogenen Impfung sind sehr zahlreich, und die echten Menschenpocken treten ebensowohl bei geimpften, als bei nichtgeimpften Individuen bald in guter, bald in bösartiger Form auf." (Alles aus: "Der Impfspiegel", ULB Düsseldorf Signatur: M-3-681, Buchungsnummer 912064401 oder: www.impfkritik.de/zeitdokumente/derimpfspiegel.pdf)

Das folgende Zitat ist aus dem Buch von Delarue. Dort, wie in dem Impfspiegel.pdf zuvor, finden sich auch weitere Verweise:

Im Jahre 1905, als die Inseln [Philippinen] von den Amerikanern besetzt wurden, lag die Pockensterblichkeit bei ungefähr l0%. Angesichts dieses ungeheuren Prozentsatzes ging man unverzüglich zu einer systematischen Impfkampagne über.
1905-1906, während diese Kampagne in großem Stil lief, manifestierte sich eine Epidemie: Die Sterblichkeit stieg auf 25%.Es wäre für die Impfgegner leicht gewesen, daraus für ihre Interessen günstige Schlüsse zu ziehen, so wie andererseits ihre Gegner nicht damit gezögert hätten, wenn die Sterblichkeit sich verringert hätte. Wie auch immer, die Amerikaner ordneten jedenfalls eine sofortige Intensivierung der Impfungen an.
Von 1918-1920, als 95% der Bevölkerung geimpft worden waren, entwickelte sich trotz 15 Millionen in den 13 vorhergehenden Jahren durchgeführten Impfungen die schrecklichste Epidemie, die man jemals erlebt hatte. Die Durchschnittssterblichkeit stieg auf über 54%. Bei einer Bevölkerung von weniger als 11 Millionen Einwohnern gab es 112.549 Pockenfälle, davon 60.855 mit tödlichem Ausgang.
Diese Zahlen würden an sich schon genügen, um berechtigte Zweifel an der Wirksamkeit der Impfungen aufkommen zu lassen. Aber wenn man nun noch feststellt, dass in Manila, wo alle Einwohner geimpft und wieder geimpft worden waren, der höchste Prozentsatz von Todesfällen, nämlich 65,3%, registriert wurde, wird diese Skepsis vollauf bestätigt. Und müssen die Zweifel nicht schließlich zur Gewissheit werden, sobald man erfährt, dass auf der Insel Mindanao, deren Bewohner sich aus religiösen Gründen gegen die Impfungen gesperrt hatten, die niedrigste Sterblichkeitsrate mit nur 11,4% Todesfällen festgestellt wurde? Das bedeutet doch, dass auf diesem Teil des Archipels, dem einzigen, wo man nicht geimpft hatte, die Epidemie nicht ausgebrochen war! Die Sterblichkeit war praktisch genau so hoch geblieben wie zuvor. (Delarue, S. 66)

Eine Explosion der Pockenfälle nach Impfungen ließ sich auch sehr gut in England beobachten. 1867 wurde in England die gesetzliche Pockenimpfung eingeführt (Wikipedia, Pocken) und kurz darauf kam es zu einer Vervierfachung der Todesfälle, wie sich der Grafik im Buch von McKeown (S. 145) eindrucksvoll entnehmen lässt.

Durch diese erheblichen Schwierigkeiten mit der Impfung, wäre es niemals geschafft worden, die Pocken auszurotten. Es kamen aber zwei Einflüsse dazu, die für die Ausrottung der Pocken dann tatsächlich verantwortlich waren. Der eine Einfluss war, dass die Erkrankten quarantänisiert wurden. So hieß es auch bei der WHO 1977 zum Pockenimpfprogramm, was zu allem vorher Zitiertem passt:

Es hatte sich nach zehn Jahren des Kampfes gegen die Pocken gezeigt, dass sich die Pocken auch in Bevölkerungen ausbreiten können, die vollständig durchgeimpft sind. Daraufhin änderte man die Strategie und ersetzte die Massenimpfungen durch eine Überwachung und Behandlung des Übels selbst. (Delarue, S. 19)

Oder Wikipedia:

Quarantänemaßnahmen (Isolierung von Kranken und Krankheitsgebieten) haben sich gegen die Pocken bewährt und sind eine notwendige Maßnahme zur Eindämmung der Erkrankung. (Wikipedia, Pocken)

Dass sich die Pocken auch in vollständig durchgeimpften Bevölkerungen ausgebreitet haben, ist heute völlig in Vergessenheit geraten. Genauso wie, dass Quarantäne in der Dritten Welt eine notwendige Maßnahme war. Und notwendig bedeutet, ohne diese Maßnahme ging es nicht.

Und der zweite Einfluss war, dass sich die Pocken, infolge der Verbesserungen der Lebensbedingungen ohnehin auf dem Rückzug befanden.

Bei all dem kann man die Frage stellen, ob die Impfung überhaupt einen Einfluss auf die Verringerung der Pocken gehabt hat: Diphtherie, Cholera, Pest, TBC, Ruhr, Typhus zogen sich schon vor jeder Impfung aus unseren Breiten zurück, bzw. es existiert bis heute keine Impfung. Und die Pocken sind auf ein noch größeres Elend angewiesen, als die genannten Krankheiten. Das machte sich auch in der höheren Todesrate bemerkbar. Eine Quelle, die ich fand, sprach davon, dass in der betreffenden Periode nur bei 70% der Menschen die Pocken wieder abheilten und 30% starben. Darum waren die Pocken, durch die schlechten Bedingungen vor ein paar Hundert Jahren auch das größte Problem.

2. Pocken - Die Lebensbedingungen

Den entscheidenden Einfluss auf den Rückzug der Pocken hatten, wie am Ende des letzten Kapitels schon aufgezeigt, die stetigen Verbesserungen der Lebensbedingungen.

Was das weiter untermauert ist auch, dass sich die westlichen Gesundheitsminister schon Anfang der 70er-Jahre gegen die Pockenimpfung aussprachen. Die Pockenimpfung wurde also nicht nur nicht mehr unterstützt, sondern sogar aktiv dagegen Stellung bezogen. Und das war 7 Jahre, bevor die WHO die Ausrottung der Pocken verkündete:

1971/72 hatten sich die Gesundheitsminister Großbritanniens, der Vereinigten Staaten und Kanadas gegen die Pockenschutzimpfungen ausgesprochen. In den darauf folgenden Jahren waren alle Länder Westeuropas ihrem Beispiel gefolgt. (Delarue, S. 20)

In England wurde die Pflicht zur Impfung noch weit eher aufgehoben:
Die hohen Impfschäden durch die Pockenimpfung und die beschränkte Wirksamkeit der Impfung blieben den englischen Zeitgenossen des 19. Jahrhunderts nicht verborgen. Aus beiden Gründen machten die Engländer oft, auch in Zeiten hoher Pockenzahlen, von der Gewissensverweigerungsklausel Gebrauch, dass sie ihre Kinder nicht impfen lassen mussten. (siehe McKeown, S. 146)
Und da nicht wesentlich mehr passiert ist, sondern die Pockenzahlen, wie überall, zurückgingen, wurde die gesetzliche Impfpflicht 1948 in England wieder abgeschafft.
Und auch hier sehen wir eine Entwicklung: Zuerst wurde die Pflicht zur Impfung (1948) aufgehoben und später (1971) wurde sich ganz gegen die Impfung ausgesprochen.

2.1 Pockenfälle in Deutschland nach dem Krieg

Die niedrigste Angabe zur Wirkdauer der Pockenimpfung, die ich fand, waren drei Jahre. Was aber nicht bedeutet, dass innerhalb dieser drei Jahre keiner an Pocken erkrankt wäre. Es gab auch da genügend Fälle und alle Quellen, die ich las, sprachen auch von Pockenausbrüchen kurz nach der Impfung. Ich möchte jetzt aber nicht weiter betrachten, ob das alles Impfversager gewesen sein können oder, ob es eher auf die generelle Wirkungslosigkeit der Impfung zurückzuführen war.
Der Punkt ist, die Wirkdauer der Pockenimpfung war beschränkt, daher gab es früher Drei-, Vier-, Fünf- und Sechsfachgeimpfte. Und umgekehrt und darauf will ich hinaus, damit gab es immer auch sehr viele, die keinen aktuellen Impfschutz hatten.

Im ersten Augenblick erscheint darum überraschend, warum bei den Pockenausbrüchen im Nachkriegsdeutschland, jeweils so wenige Menschen betroffen waren. Und, dass unter diesen wenigen, die betroffen waren sogar noch viele aktuell und mehrfach geimpfte waren.
Die Erklärung ist aber dieselbe wie bei TBC. Wenn das Immunsystem normal arbeitet, macht ihm der Erreger nichts aus, darum erkrankte die überwiegende Mehrheit der Kontaktpersonen nicht. Und warum unter den wenigen Betroffenen so viele Geimpfte waren, wird klar, wenn man um die fragliche Wirkung der Impfung weiß.

Nach dem zweiten Weltkrieg gab es in Deutschland 11 Pockenausbrüche mit der unglaublich erschreckenden Zahl von 10 Toten und es betraf unterschiedslos Ungeimpfte, Geimpfte und mehrfach Geimpfte.
Bei den meisten der wenigen Erkrankten passierte nichts weiter, sie erholten sich danach wieder vollständig:

Bei den drei Pockenausbrüchen in Düsseldorf, Monschau und Meschede gab es zusammen 1183 Kontaktpersonen. In der Inkubationszeit wurden davon 709 geimpft, 474 blieben ungeimpft. Von den 709 geimpften Kontaktpersonen erkrankten 58 an Pocken, es gab 7 Todesfälle. Von den 474 nicht geimpften Kontaktpersonen erkrankte niemand und es gab auch keinen Todesfall. (Buchwald, S. 46)

2.2 Resümee

Sehen wir uns den letzten Pockenausbruch 1972 in Hannover noch einmal an. Der Pockenkranke war 12 Tage in der Stadt unterwegs, 678 Kontaktpersonen wurden ausfindig gemacht und erkrankten nicht. Weitere, mit denen er in Kontakt kam, konnten nicht mehr ausfindig gemacht werden und erkrankten ebenfalls nicht.

Eine schwere Infektionskrankheit bricht nur dann aus, wenn die Immunlage schlecht ist und auch dann verheilt sie wieder völlig, es sei denn, die Immunlage war ausgesprochen schlecht. Dann kann sie zum Tode führen.

Pocken sind auf ein noch größeres Elend angewiesen als andere schwere Infektionskrankheiten.
Umgekehrt müssen aber auch entsprechend finstere Verhältnisse gegeben sein, bevor die Pocken überhaupt losbrechen. 1972 in Deutschland gab es dieses Elend nicht mehr und darum ist nichts weiter passiert.

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Im folgenden noch einige unzusammenhängende Quellen, die ich selber noch sichten muss/will:

1. Charles Creighton

Eine Abhandlung von Charles Creighton über den Einfluss der Pockenimpfung:
(Influence of vaccination upon smallpox)
Was er beschreibt, ist, dass vor allem die armen Schichten betroffen waren, aber die Reichen sich impfen liessen.
Desweiteren findet sich dort eine Tabelle: "Deaths from Smallpox from 1847 to 1884, with the numbers among Children wider five."

Charles Creighton bei Wikiepdia:
(Wikipedia, Charles Creigthon)

"It is difficult to conceive what will be the excuse made for a century of cowpoxing; but it cannot be doubted that the practice will appear in as absurd a light to the common sense of the twentieth century as blood-letting now does to us. Vaccination differs, however, from all previous errors of the faculty, in being maintained as the law of the land on the warrant of medical authority. That is the reason why the blow to professional credit can hardly help being severe, and why the efforts to ward it off have been, and will continue to be so ingenious."
[1889] Jenner and Vaccination A Strange Chapter of Medical History by Charles Creighton M.D.
(Charles Creighton, Zitate und Quellen)

The anti-vaccinists are those who have found some motive for scrutinizing the evidence, generally the very human motive of vaccinal injuries or fatalities in their own families or in those of their neighbours. Whatever their motive, they have scrutinized the evidence to some purpose ; they have mastered nearly the whole case ; they have knocked the bottom out of a grotesque superstition. The public at large cannot believe that a great profession should have been so perseveringly in the wrong.
[1889] Jenner and Vaccination A Strange Chapter of Medical History
(Charles Creighton, Zitate und Quellen)

WE have thus far seen what kind of evidence the profession had before them, on the protective power of cowpox, and what kind of apologies they were prepared to make for failures and disasters. They never went deep enough into the anatomy and pathology to realize what sort of pox the cowpox actually was, and they had none of the milkers' experience to teach them in the most forcible of all ways. Their behaviour over the variolous test was incredibly stupid and careless. Their chief apologetic plea of spuriousness was wholly alien to the spirit of logical investigation, and a flagrant example of the art of circumventing the unwelcome teachings of experience.
It is hard to believe that the many educated and conscientious men, who belonged to the medical profession of Britain in those years, had given their reasoned assent to a doctrine and practice so full of frauds and fallacies that a later generation will hardly bear to have the naked facts exhibited to the public gaze.
(Charles Creighton, Zitate und Quellen)

THE historian of the Cowpox Legend has always a double thread to unwind : on the one hand, the secret history of Jenner's project, as we can now follow it by the help of posthumous documents ; and, on the other hand, the history of it as it was presented to and received by the public and the medical profession at the time. If the profession and the public had been permitted to know then all that is known now (not reckoning the practical failure of cowpox to exterminate smallpox after ninety years' trial), they would probably have found out Jenner to be the vain, imaginative, loose-thinking person that he certainly was by nature, and they might have so acted as to prevent him from becoming the impostor and shuffler that the course of events made him.
[1889] Jenner and Vaccination A Strange Chapter of Medical History by Charles Creighton M.D.

(Charles Creighton, Zitate und Quellen)

2. Vaccina-Virus

When it was realized that the virus used in smallpox vaccination was not, or was no longer, the same as the Cowpox virus, the name 'vaccinia' stayed with the vaccine-related virus.
(Wikipedia.com, Vaccinia-Virus)

The precise origin of vaccinia virus is unknown, however, due to the lack of record-keeping as the virus was repeatedly cultivated and passaged in research laboratories for many decades. The most common notion is that vaccinia virus, cowpox virus, and variola virus (the causative agent of smallpox) were all derived from a common ancestral virus. There is also speculation that vaccinia virus was originally isolated from horses.
(Wikipedia.com, Vaccinia-Virus)

3. Wallace

(Wallace)

4. Pitcairn

(Pitcairn)

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Die westlichen Gesundheitsminister sprachen sich Anfang der 70er-Jahre gegen die Pockenimpfung aus. Die Pockenimpfung wurde also nicht nur nicht unterstützt, sondern es wurde sogar aktiv dagegen Stellung bezogen. Und das waren 10 Jahre, bevor die WHO die Ausrottung der Pocken verkündete:

1971/72 hatten sich die Gesundheitsminister Großbritanniens, der Vereinigten Staaten und Kanadas gegen die Pockenschutzimpfungen ausgesprochen. In den darauf folgenden Jahren waren alle Länder Westeuropas ihrem Beispiel gefolgt.
(Delarue, S. 20)

Die Gründe dafür dürften in den hohen Schäden durch die Pockenimpfung gelegen haben, den überschaubaren Pockenfällen, der beschriebenen Beobachtung, dass sich Pocken auch in komplett durchgeimpften Bevölkerungen ausbreiteten und dem Strategie-Wechsel auf Quarantänemaßnahmen
Seit dem 31.01.1970 wurden Säuglinge in Deutschland nicht mehr gegen Pocken geimpft. Genauso bemerkten die Frühförderungseinrichtungen der Lebenshilfe 5-6 Jahre später einen deutlichen Rückgang in der Anzahl der zur Aufnahme kommenden geistig behinderten Kinder. Ein Rückgang, der leicht auf das Ende der Säuglingsimpfung gegen Pocken und ihren bekannten Risiken zurückgeführt werden konnte.

In Deutschland beschränkte das Gesetz über die Pockenschutzimpfung vom 18. Mai 1976 die Pockenschutzimpfung auf vier Personengruppen.
Die vier Personengruppen waren:
-erfolgreich geimpfte Kinder, in dem Kalenderjahr, in dem sie das 12. Lebensjahr vollenden. Die Impfung sollte also bei erfolgreich geimpften Kindern, die noch unter die Säuglingsimpfpflicht gefallen waren oder danach freiwillig geimpft worden sind, weiter geführt werden.
-Krankenhauspersonal
-Laborpersonal
-Personen, die bei einer Pockeneinschleppung zum Einsatz vorgesehen sind

In der Drucksache 8/933 vom 23.09.1977, Deutscher Bundestag, 8. Wahlperiode, Gesetzentwurf des Bundesrates, wird aufgeführt, dass dieses Gesetz von 1976 im Jahr 1973 konzipiert worden ist und die Bedrohung seither abgenommen hat. Aus diesem Grund sollte auch die Impfpflicht für einmal geimpfte 12-jährige und für Krankenhauspersonal aufgehoben werden.
In der Stellungnahme der Bundesregierung unter diesem Gesetzesentwurf von 1977 heißt es sinngemäß, dass die Bundesregierung dem ersten Ansinnen zustimmt, jedoch Krankenhauspersonal weiter impfen lassen will, auch wenn die Bundesländer machen, was sie wollen und durch Erlasse und Anweisungen die gesetzlichen Bestimmungen schon vor längerer Zeit unterlaufen haben.
Soweit ich weiß, kam das Gesetz zu diesem Gesetzentwurf von 1977 dann nicht zum Tragen, was aber ohnehin egal war, da die Bundesländer schon in seinem Sinne entschieden hatten.

Sowohl die langen Gesetzvorlaufzeiten, die Handhabung der Impfung in der Praxis, die starken vorhandenen Einschränkungen des Pockenschutzgesetzes auf vier Personengruppen seit 1976, als auch die Weisungsbefugnis der Bundesländer fallen völlig unter den Tisch, wenn es heißt, die gesetzliche Pflicht zur Pockenschutzimpfung wurde 1983 in Deutschland aufgehoben.
Genauso wie offizielle Stellungnahmen gegen die Pockenimpfung, der Wechsel in der Pockenbekämpfung von Impfungen zu Quarantänemaßnahmen und die nachlassende Gefährlichkeit und Übertragbarkeit der Pocken unter den Tisch fallen, wenn von der Ausrottung der Pocken durch die Impfung gesprochen wird.

6.1 England
In England wurde die Pflicht zur Impfung noch weit eher aufgehoben:
Die hohen Impfschäden durch die Pockenimpfung und die beschränkte Wirksamkeit der Impfung blieben den englischen Zeitgenossen des 19. Jahrhunderts nicht verborgen. Aus beiden Gründen machten die Engländer oft, auch in Zeiten hoher Pockenzahlen, von der Gewissensverweigerungsklausel Gebrauch, dass sie ihre Kinder nicht impfen lassen mussten (siehe McKeown,
S. 146).
Und da nicht wesentlich mehr passiert ist, sondern die Pockenzahlen, wie überall, zurückgingen, wurde die gesetzliche Impfpflicht 1948 in England wieder abgeschafft.
Und auch hier sehen wir eine Entwicklung: Zuerst wurde die Pflicht zur Impfung (1948) aufgehoben und später (1971) wurde sich ganz gegen die Impfung ausgesprochen.

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Als Abschluss des Kapitels: aussendarstellung: Etwas, was auch gerne gesagt wird, ist: Weiter: Bis 1983 gab es die gesetzliche Impfpflicht in Deutschland, weil die Pocken eine Bedrohung waren und danach konnte sie aufgehoben werden, weil die Pocken weg waren. In den 70-er Jahren gesetzliche Pflichtimpfungen in Deutschland gegen die Pocken, kurz nach den 68-ern? Anfang der 80-er Jahre wurden Bürger noch von der Polizei zuhause abgeholt und zum Arzt zum Impfen eskortiert? Glaubt das jemand? Nein, natürlich nicht. Seit dem 31.01.1970 wurden Säuglinge in Deutschland nicht mehr gegen Pocken geimpft. Weiter beschränkte das Gesetz über die Pockenschutzimpfung vom 18. Mai 1976 die zweite Pockenschutzimpfung auf vier Personengruppen. Die vier Personengruppen waren: -erfolgreich geimpfte Kinder, in dem Kalenderjahr, in dem sie das 12. Lebensjahr vollenden. Die Impfung sollte also bei erfolgreich geimpften Kindern, die noch unter die Säuglingsimpfpflicht gefallen waren oder danach freiwillig geimpft worden sind, weiter geführt werden. -Krankenhauspersonal -Laborpersonal -Personen, die bei einer Pockeneinschleppung zum Einsatz vorgesehen sind In der Drucksache 8/933 vom 23.09.1977, Deutscher Bundestag, 8. Wahlperiode, Gesetzentwurf des Bundesrates, wird aufgeführt, dass dieses Gesetz von 1976 im Jahr 1973 konzipiert worden ist und die Bedrohung seither abgenommen hat. Aus diesem Grund sollte auch die Impfpflicht für einmal geimpfte 12-jährige und für Krankenhauspersonal aufgehoben werden. In der Stellungnahme der Bundesregierung unter diesem Gesetzesentwurf von 1977 heißt es sinngemäß, dass die Bundesregierung dem ersten Ansinnen zustimmt, jedoch Krankenhauspersonal weiter impfen lassen will, auch wenn die Bundesländer machen, was sie wollen und durch Erlasse und Anweisungen die gesetzlichen Bestimmungen ohnehin schon unterlaufen hätten. Soweit ich weiß, kam das Gesetz zu diesem Gesetzentwurf von 1977 dann nicht zum Tragen, was aber bedeutungslos war, da, wir lasen es gerade, die Bundesländer sowieso machten, was sie wollten. Sowohl die tatsächliche Handhabung der Impfung in der Praxis, gegensätzliche Weisungen der Bundesländer als auch die starken vorhandenen Einschränkungen des Pockenschutzgesetzes auf vier Personengruppen bleiben unerwähnt, wenn es heißt: Nachdem die Pocken ausgerottet worden waren, wurde 1983 wurde die gesetzliche Impfpflicht in Deutschland abgeschafft